Woche 8

Hello Friends, 

Ich bin bald seit 2 Monaten hier. Der Gedanke, dass ich schon seit 2 Monaten in einem komplett anderen Land Lebe, woanders zur Schule gehe und mit anderen Menschen meine Zeit verbringe macht mich inzwischen ziemlich stolz. Ich bin ein sehr sensibler Mensch und ich fühle insgesamt sehr viel. Das heißt zwar, dass ich Emotionen wie Traurigkeit, Einsamkeit und Heimweh sehr stak spüre und ich manchmal ausschließlich das im Kopf habe, weil meine Gedanken es nicht zulassen mich abzulenken, aber es heißt auch, dass ich Freude, Glückligkeit und Zufriedenheit (und natürlich auch alle anderen Emotionen) sehr stark spüre und ich dadurch manchmal vollkommen froh bin.

Wenn ich eine Person nicht mag, dann vergesse ich das auch nicht so schnell aber dafür habe ich meine Freunde und Familie halt auch unendlich doll lieb und würde sie in jedem Leben wieder so wählen. Es ist ein richtiges Privileg das sagen zu können, weil ich auch viele Leute kenne, die ihr Leben und ihr Umfeld in keinem Leben gerne so hätten, wie es ist. Aber worauf will ich überhaupt hinaus? Ich habe hier inzwischen eine echt tolle Zeit und an vielen Tagen bin ich hier auch echt entspannt (verglichen mit meinem gestressten Deutschland-Ich) und mache mir wenige Sorgen. Aber genau so kommen manchmal auch Tage, an denen ich mit eben trotzdem Sorgen mache und an denen mich entweder die Welt-Politik, mein Auslandsemester oder mein Abitur (über das ich mir irgendwie schon seit 3 Jahren Gedanken mache) beschäftigen. Und wisst ihr was? Das ist doch auch vollkommen oke. Anstatt, dass ich die ganze Zeit versuche ausschließlich positive Gedanke zu haben uns jede einzelne Sache auf meiner viel zu langen To Do Liste abzuhaken könnte ich doch genauso gut an machen Tagen probieren zu akzeptieren, dass ich eben ein Mensch mit Gefühlen bin, der nicht immer „funktionieren“ muss, sondern auch manchmal einfach „sein“ kann und darf. 

Am Montag der vergangenen Woche bin ich nach der Schule nach Valetta um mich dort mit Lea und Lisa zu treffen, weil wir uns die Three Cities of Malta anschauen wollten. Wir sind dann einmal am Rand von Valletta entlang gelaufen und haben uns dann von einem der traditionell maltesischen Boote einmal quer zur anderen Seite übers Meer bringen lassen. Während der Fahrt ist schon so langsam die Sonne untergegangen und deswegen stand die Sonne wirklich total schön am Himmel.

Als wir dann auf der anderen Seite in Birgu angekommen sind, ist uns eventuell aufgefallen, dass wir gar keine Ahnung haben, was die Three Cities überhaupt sind und haben dann kurzerhand beschlossen, einfach rumzulaufen und die Gegend zu erkunden. Der Hafen dort war unbeschreiblich hübsch und an dem Abend war es eine wirklich gute Temperatur um einfach draußen rumzulaufen. Wir haben dann auch einen Raum in einer Mauer entdeckt und sind da einfach mal rein gelaufen (keine Sorge, das war nichts illegales). In dem Hafen waren viele größere Boote und sogar richtige Yachten – da kam bei mir schon der ein oder andere Traumgedanke auf hahaha.

Nachdem wir am Hafen rumgelaufen sind, sind wir dann noch kurz durch ein paar kleine Gassen gelaufen und haben uns ein Restaurant zum Abendessen gesucht. Lisa und ich haben beide eine einfache Pizza Margherita genommen und Lea hat sich Bruscetta gekauft. Anfangs hat die Pizza auch noch echt gut geschmeckt, aber nach ein paar Stücken ist mir aufgefallen, dass da total viele Mehlklumpen am Boden der Pizza sind und man im Prinzip die ganze Zeit nur auf denen herrumkaut.. Den Rest der Pizza habe ich mir dann später einpacken lassen aber auch Leas Essen war nicht der Hammer. Es war so viel Knoblauch drauf, dass man es praktisch nicht mehr essen konnte. An sich war da Restaurant auch echt ganz hübsch aber hinter uns liefen die ganze Zeit ziemlich perverse Sachen im Fernsehen, die zum Glück nur Lisa ertragen musste, weil sie die einzige war, die mit dem Gesicht zum Fernseher saß 😂. Nach dem Essen sind wir dann alle mit dem Bus nach Hause gefahren und ich habe auf der Heimfahrt kurz mit einer Freundin telefoniert. Ich fand den Nachmittag total schön und mir hat die gesamte Atmosphäre in Birgu unfassbar sehr gefallen, weil mich die ruhige Gegend, die wenigen Leute und der schöne Sonnenuntergang innerlich sehr entspannt haben.

Dienstags bin ich mit Halsschmerzen aufgewacht und habe in dem Moment, in dem ich an dem Morgen zum ersten Mal geschluckt habe direkt mein ganzes Leben an mir vorbei ziehen sehen. Ich bin dann trotzdem in die Schule, weil ich es echt nicht eingesehen habe, wegen ein bisschen Halsschmerzen zuhause zu bleiben. In der Schule habe ich dann ca. 2 Liter Wasser innerhalb von 5 Stunden getrunken und auf kurzfristige Heilung gehofft. Ich habe meinen Freunden in der Schule dann auch erzählt, dass ich vielleicht morgen zuhause bleibe, weil es mir nicht so gut geht und dann ist es mir wie schuppen von den Augen gefallen: Wir haben am Mittwoch ein Outing mit meiner Hospitality Klasse zum Professional Sushi. Das heißt, ich kann nicht krank sein, weil ich da unbedingt mit will…

Weil es mir nach der Schule und einem kurzen Power Nap schon viel besser ging bin ich dann mit den anderen zur Shoreline Mall gefahren, damit die Anderen und ich dort shoppen gehen konnten. Der Weg zur Shopping Mall war auch mal wieder lustig, weil uns sowohl Apple Maps als auch Google Maps durch eine Baustele geführt haben. Wir sind da dann aber auch einfach drüber geklettert und wurden dann einfach von einem anderen Typen ausgelacht, der mit uns aus dem Bus ausgestiegen ist (der uns irgendwie auch im Nirgendwo rausgelassen hat), als er gesehen hat, wie wir aus dieser Baustelle rauskommen und über die Absperrung klettern. In der Mall selbst habe ich mir einen Smoothie gekauft und wir sind insgesamt nur ein bisschen über einer Stunde dort gewesen und dann schon wieder zurück gefahren. Zum Einen weil die Mall sehr ruhig war und es nicht sooo viel zu sehen und shoppen gab, aber auch, weil ich mich krank gefühlt habe und ich rechtzeitig zum Abendessen wieder zuhause sein wollte. 

Am nächsten Tag (Mittwoch) ging es mir morgens direkt viel besser und ich war unfassbar dankbar dafür, dass meine Halsschmerzen fast komplett weg waren. Ich habe mich sogar mal wieder richtig auf den Tag gefreut, weil wir das Hospitality Outing an dem Tag hatten und ich mich schon darauf gefreut habe, das Sushi zu machen. Die ersten 4 Schulstunden waren dann auch oke (mit der Aussicht auf mein Sushi) und dann sind wir mit einem der School Vans zum Restaurant gefahren. Der Kurs ging dann auch nur ca. 60 Minuten aber es hat auf eden Fall sehr viel Spaß gemacht. Auch wenn mein Sushi nicht perfekt geworden ist, ist es trotzdem unfassbar lecker gewesen und ich war trotzdem sehr stolz darauf, wie gut ich das hinbekommen habe (siehe Beweisstück A). 

Beweisstück A

Nach der Schule wollte ich eigentlich mit den Anderen ins Gym aber weil de Sonne geschienen hat und es an dem Tag so warm war, haben wir unseren Plan geändert und beschlossen nach Manoel Island zu gehen. Die Anderen haben bevor ich ankam sogar noch Snack gekauft und Lisa hat mir einfach eine Cola mitgebracht – so eine Süße (die Cola und Lisa) 🤗. Wir sind dann auf dem Weg an einer Gruppe andere Jugendlicher vorbei gekommen und als einer der Jungs gehört hat, dass wir Deutsche sind hat er uns so zugerufen „Ich liebe dich“ (eher wie „Isch lübe disch“) woraufhin ich (aus Spaß) mit einem Luftkuss in seine Richtung geantwortet habe. Daraufhin hat dann seine Freundin mehr oder weniger geschrien „Why are you throwing kisses at him??“. Die ganze Situation war total absurd, vor allem weil ich ja eigentlich ganz und gar nicht der Typ dafür bin auf die Kommentare von irgendwelchen fremden Personen zu antworten. Anyways…wir haben uns dann auf ein paar der Felsen gesetzt und dort angefangen die Snacks rauszuholen und getratscht. Lina hat erzählt, dass sie an dem Tag in der Schule mal wieder eine Diskussion über Hitler hatte und darüber, ob Ausländer schlecht sind. Ich weiß nicht wieso, aber es verspüren echt viele Leute hier den Drang, laut verkünden zu müssen, dass hier zu viele Ausländer auf der Insel leben würden, und dass es ja viel zu „crowded“ sei.

Die Aussicht auf Valletta

Als wir dann noch ein bisschen rumgelaufen sind, haben wir eine Mauer entdeckt und sind da dann hochgeklettert. Als Lisa dann gesagt hat, dass sie gerade einen Stein kurz weggenommen hat und da eine Eidechse war habe ich kurz meine Lebensentscheidung hinterfragt weil ich (wäre mir das selbe passiert) sofort angefangen hätte zu schreien weil ich das Tierchen mit einer Schlange verwechselt hätte.. Oben angekommen sind dann nur Lina und ich und von dort aus war die Aussicht wirklich super schön. Genau in dem Moment ist die Sonne untergegangen und es war so eine richtige „golden hour“. Um uns herum waren überall Frühlings Blumen und wir haben uns richtig gefreut, weil wir das ganze ja aus totalem Zufall entdeckt hatten. 

Danach sind wir wieder von Manoel Island runter gegangen und haben uns alle auf den Heimweg gemacht. Ich habe den Tag wirklich so sehr genossen, weil ich diese spontane Planänderung (dass wir einfach mal so Snacks und Cola kaufen und uns dann auf nahegelegne Felsen setzten) hier irgendwie toll finde. Manchmal nervt mich das natürlich auch weil die Planänderung nicht immer zu meinen Gunsten ist, aber an dem Tag war das einfach perfekt 🙂

Donnerstags habe ich (zum zweiten Mal in meinem Leben) die Schule geschwänzt, weil ich zum einen von den anderen dazu überredet wurde (im positiven Sinne) und zum anderen auch wirklich einen Tag Pause Gebrauch habe, da ich ja auch ein bisschen krank in den Tagen davor war. Mir hat dieser freie Tag aus irgendeinem Grund so stark den Druck aus der Woche genommen und ich habe mich schon am Mittwoch in der Schule total leicht gefühlt, weil ich wusste, dass ich mir über morgen keine Gedanken machen muss. Den Tag habe ich dann natürlich auch genutzt. Morgens habe ich ausgeschlafen und habe mich danach auf den Weg ins Gym gemacht um dort (zum ersten Mal) mit Lea Sport zu machen. Wir sind beide etwas zu spät gekommen und Lea hat dann letztendlich einen Bolt nehmen müssen, weil ihre Busse so schlecht gefahren sind. Ich habe für dieses einmalige Trainieren glatte 10 € gezahlt – zisisis.. Anfangs waren wir beide auf Laufbändern nebeneinander und sie ist dann zum Staimaster gewechselt, während ich weiter auf dem Laufband gejoggt bin. Dank Lea habe ich dann an dem Tag die Motivation dazu gefunden meine 5 Liegestützen zu machen und mit ihr zu Planken. Nach dem Gym habe ich mir dann einen Bolt genommen weil ich nur schnell nach Hause wollte um zu duschen und meine Tasche umzupacken. Nachdem ich das dann auch gemacht habe, bin ich mit dem Bus nach Rabbat gefahren, weil Lea und ich nach Mdina gehen wollten. Dort habe ich dann noch ein bisschen warten müssen und habe mich auf eine Bank in der Sonne gesetzt und mein Buch gelesen.

Mein Buch war auch überraschend spannend an der Stelle und als Lea dann angekommen ist, hab ich mir eine „thick hot chocolate“ gekauft.. Das mit dem „thick“ haben die sich wirklich sehr zu Herzen genommen.. Es hat mehr geschmeckt wie Pudding als wie ein heißes Getränk aber wir haben uns dass dann geteilt und den „Pudding“ mit diesen verboten dünnen Holzstäbchen gelöffelt (wenn man das überhaupt so nennen kann). Weil wir beide irgendwie noch Lust auf einen Crêpe hatten, sind wir dann ein paar Minuten zu einem Laden gelaufen der die verkauft hat und haben uns dann einen Schokolade-Erdbeeren Crêpe gekauft. Irgendwie kamen ALLE anderen Bestellungen vor unserer fertig über den Tresen und wir hatten irgendwann den Eindruck, dass der Koch zu dem Zeitpunkt einfach keinen Bock darauf hatte einen Crêpe zu machen..

Als wir den dann endlich bekommen haben, sind wir entspannt in Richtung Mdina gelaufen. Mdina, auch „the silent city“ genannt, ist eine der ältesten Städte auf ganz Malta und es ist wirklich sehr still und ruhig da. Wir sind dann ein bisschen durch die Gassen gelaufen und haben die Aussicht von dort genossen. Nach ein bisschen Zeit ist uns dann auch fallen, dass Mdina insgesamt echt nicht groß ist und wir im Prinzip schon alles einmal gesehen hatten.

Danach sind wir dann noch ein bisschen durch die Gassen von Rabbat spaziert und haben uns dann beim Italiener zwei Pizzas gekauft. Ich hab einfach erfahren, dass Lea genauso wie ich auch Cello spielt – lustig. 

Rabbat ist etwas weiter von Paola weg, weshalb ich dann noch 40 Minuten mit dem Bus nach Hause fahren musste, was aber oke war, weil fast niemand im Bus war und weil ich ja wie immer mein Buch und meine Kopfhörer dabei hatte. 

Am Freitag hatte ich vormittags wieder Schule. Im ICT Unterricht, spricht die Lehrerin normalerweise einigermaßen Englisch aber auch sie hat inzwischen angefangen mir einfach zu sagen: „Ja also das was ich jetzt sage ist für die Prüfung und da du die nicht mitschreibst rede ich die ganze Stunde jetzt auf maltesisch“ – toll.. Schule ging so mäßig schnell rum und danach bin ich zusammen mit einer Schulfreundin Ema nach Hause gelaufen, weil sie nur zwei Straßen von mir entfernt wohnt. Aus den eigentlichen 5 Minuten meines Weges wurden dann aber leider 25 Minuten, weil wir uns verquatscht haben. An sich war das ja was gutes, aber an dem Tag hat es mir nicht so wirklich gepasst, weil ich nur wenig Zeit hatte und noch ein paar Sachen für das Treffen mit den Anderen einkaufen musste. Wir haben das Treffen dann auch noch um eine halbe Stunde nach hinten verschoben und ich bin durch ganz Paola gerannt um Früchte zu finden. In den gewöhnlichen Convenience Stores gibt es nur Äpfel uns sonst nichts. Ich bin (wortwörtlich) gerannt um irgendwo eine Melone und Trauben zu finden und habe dann letztendlich in einem Supermarkt  12 Minuten von meinem Haus entfernt eine Pomelo und Trauben gefunden. Ich war eh schon viel zu spät dran und dann hat die Frau an der Kasse wirklich eine Ewigkeit dafür gebraucht abzukassieren. Als ich es dann endlich in meinen Bus geschafft habe war ich Hangry weil ich an dem Tag fast noch nicht gegessen hatte und ich war auch echt müde. Die Fahrt (in zwei Bussen) hat etwa 1 1/2 Stunde gedauert und ich habe zwar versucht mich auszuruhen, habe dann aber irgendwann aufgegeben weil es in einem vollen Bus echt schwer ist alleine einen Power Nap zu machen. Zwischendrin war mir echt langweilig aber die Aussicht auf ein Picknick am Strand hat geholfen. Als ich endlich da war, haben die anderen gerade Volleyball gespielt und wir haben uns dann auf unsere Handtücher gesetzt und jeder hat sein Essen ausgepackt. Ich hatte Früchte dabei, Lea hatte Brot dabei (dieses Brot war soo lecker), Lina hatte Dips dabei, Lina Gemüse und Patricia hatte Snacks. Es war (vor allem nach einem langen Tag nichts richtiges Essen) wirklich echt lecker.

Wir haben dann eine Runde Uno gespielt, bei der wir aber irgendwie fast alle zu abgelenkt waren weil wir derweil was spannendes beredet haben. Danach haben wir noch ein wenig Volleyball gespielt und meine Handgelenke haben dezent weh getan.. Während dem Volleyball spielen sind Lisa und Lina aus Versehen ineinander gerannt und Lisa hat sich ihren Fuß dabei aufgeschürft, weshalb wir das dann noch ein wenig verarztet haben. Wir haben Fotos gemacht und uns den Sonnenuntergang angeschaut. Nicht nur den Moment wenn der Orangene Punkt der Sonne nicht mehr am Horizont zu sehen ist, sondern den kompletten Sonnenuntergang bis es Stockdunkel war (woher kommt eigentlich die Bezeichnung „Stockdunkel“ – gibt es die überhaupt, oder habe ich mir die ausgedacht?). Wir lagen dann alle da auf unseren Handtüchern, haben eine Fake Lava Lampe mit einer Handy-Taschenlampe und einem unausgetrunkenen Eistee gebaut und Lina hat auf ihrer Ukulele Songs gespielt und dazu gesungen. Es war so ein richtiger Strand Vibe irgendwie.

Wir haben uns dann irgendwann auch wieder auf den Weg zurück gemacht und ich habe an dem Tag tatsächlich mal von Anfang an gewusst, was der Plan für den gesamten Tag ist, weshalb ich an dem Tag schon andere Kleidung eingepackt hatte, damit ich mich nach dem Strand noch umziehen kann bevor wir abends raus gehen. Eigentlich war der ursprüngliche Plan, dass ich mich vielleicht bei der Gastfamilie von Lina und Lisa umziehe, aber weil die ihre Gastmutter nicht fragen wollten war das dann nicht möglich. Weil es eh schon dunkel war und niemand wirklich in der Gegend war, habe ich mich dann mit Lina die „Wache gestanden ist“ auf der Straße umgezogen. Es könnte sein, dass mich ein Typ gesehen hat, der auf seinem Balkon geraucht hat, aber das war mir da schon egal und ist es auch immer noch. Weil ich immer noch Hunger hatte, sind Lina und ich dann kurzerhand zu McDonalds gegangen um mir Mozzarella Sticks  zu kaufen und wir haben uns dann auch jeweils einen Apple Pie dort gekauft. Lina fand den sehr lecker, ich fand ihn oke. Danach sind wir dann noch spazieren gegangen und haben uns an einem Aussichtspunkt Malta angeschaut. In Valletta ging zu dem Zeitpunkt irgendeine Einweihung mit riesiger Bühne vor dem Brunnen in Valletta ab und  deswegen konnte man die ganze Zeit Lichter dort sehen. Als wir dann später an der Bushaltestelle auf unseren Bus gewartet haben, haben wir noch zwei Tik Toks gedreht (ist auch mal was Neues für mich) und Lisa und ich sind dann mit dem Bus weitergefahren. Lina wollte an dem Tag nicht mehr mit, weil sie am nächsten Tag früh aufstehen musste für den Chor in dem sie auf Gozo singt. Ich habe Lina deswegen dann auch meinen Rucksack gegeben, weil ich nicht meine ganzen Sachen für den Rest des Abends mitschleppen wollte. 

Am nächsten Tag habe ich ausgeschlafen, weil ich das wirklich gebraucht habe und dann ein wenig meine Hausaufgaben gemacht. Als ich dafür in der Küche saß, hat mein Gastvater mit sogar Mittagessen gemacht, was am Wochenende eigentlich untypisch ist. Danach bin ich dann nach Sliema gefahren um mich dort mit den Anderen zu treffen. Ich habe absichtlich nur mein Handy mitgenommen, weil ich ja wusste, dass die anderen mr meinen Rucksack mitbringen und ich deswegen nichts Anderes brauche, weil dort eigentlich alles drinnen ist. Ich hab mich dann auch erstmal etwas verlaufen und bin 20 Minuten lang sinnlos durch die Gegend gelaufen und als ich dann bei den Anderen angekommen war,  sagt Patricia so: Ohne Tasche heute, voll gut! Und dann schaut mich Lina für 5 Sekunden an, bevor sie realisiert, dass sie meine Tasche hatte und dass diese Tasche nicht bei ihr war, sondern bei ihr zu Hause am chillen war. Es war kein großes Drama, ich habe nichts aus der Tasche super dringend gebraucht und ich hatte mein Handy, meine Powerbank, meinen Labels und meine Busfahrkarte alles in meiner Hosentasche verstaut.

Weil manche der anderen und auch ich keine Lust auf Burger King essen hatten, haben wir uns dann noch Bowls gekauft.

Die anderen waren an dem Tag voll aufgeregt, weil sie später an dem Tag abends zusammen ein Doppeldate mit zwei Spaniern hatten, die sie hier kennengelernt hatten und es war irgendwie ein bisschen lustig dabei zuzusehen, wie sich die beiden den ganzen Tag über so viele Gedanken darüber gemacht haben (Grüße an der Stelle)- vor allem im Nachhinein, wenn man weiß wie das Ganze ausging. Die beiden haben sich an dem Tag ein intimissimi Oberteil gekauft und ich habe mir an dem Tag  auch endlich mal Kleidung hier gekauft. In einem Laden, wollte ich ursprünglich nur aus Spaß ein Oberteil anprobieren, um zu schauen ob es mir stehen würde und wie es insgesamt an mir aussehen würde. Als ich es dann aber an hatte, fand ich es erstaunlich gut und ich dachte mir nach kurzem umüberlegen nur so: YOLO (you only live once). Als wir dann noch weiter rumgelaufen sind und in anderen Läden gestöbert haben, ist mir in der Sale Ecke ein Oberteil ins Auge gesprungen, das ich ebenfalls eigentlich nur aus reinem Interesse daran, wie es an mir aussehen würde, anprobieren wollte. Das sah dann auch irgendwie ein bisschen zu gut an mir aus und als ich gesehen habe, dass das hammer Stück nur 6 Euro kostet, wurde das dann natürlich auch mitgenommen. 

Der Tag verging echt recht schnell und ich bin zum Abendessen wieder in meiner Gastfamilie gewesen. Ich war an dem tag irgendwie total K.O und bin dann auch schon relativ bald ins Bett gegangen. 

Am Sonntag habe ich morgens mit einer Freundin telefoniert während ich mich fertig gemacht habe und ich bin danach mit dem Bus nach Marsaxlokk gefahren, um dort auf den Markt zu gehen. Der Bus den Lina und Lisa genommen haben ist durch Paola durchgefahren und deswegen konnte ich mich dann mit denen auf den Weg machen. Wir mussten ein wenig dort hinlaufen, weil wir keine direkte Busverbindung erwischt haben und Lina und ich haben derweil über unsere jeweiligen Chorerfahrungen in Deutschland geredet, weil sie noch nach weiteren Aufwärm-Übungen zum Einsingen gesucht hat und mich gefragt hat, ob ich noch weitere weis. Als wir dort angekommen sind, sind wir zielstrebig auf die Stände mit den kostenlosen Pistazien und Haselnusscremes zugelaufen und es wurde mal wieder fleißig probiert. Ich bin froh, dass es diesen Markt nur einmal die Woche gibt und ich auch nur alle paar Wochen die Möglichkeit habe dort hinzugehen, weil ich sonst definitiv eine schwerwiegende Sucht nach der Haselnusscreme entwickeln würde… wenn ich die nicht eh schon längst habe. 

Wir sind an einer Frau vorbei gelaufen, die sogenannte „Not socks“ verkauft hat, mit denen man sich Dutts machen kann. Sie hat das ganze an Lisas Haaren vorgemacht und dann später auch bei mir gemacht. Ich war so beeindruckt davon, dass ich mir ein solches Teil dann auch kaufen wollte und dank der lieben Lea, konnten wir den Preis runterhandeln und jetzt bin ich stolze Besitzerin einer „Not Sock“. Mir wurde dann noch ganz ausführlich die Geschichte ihres Double Dates erzählt und ich sag mal so: ich war geschockt und sehr dankbar dafür, dass ich von keinem solchen Typen angesprochen wurde und nach einem Doppel Date gefragt wurde. Weil Lea und ich beide Hunger hatten, haben wir uns dann jeweils einen Nutella Crepe gekauft und Lea hat die flüssige Schokocreme dann natürlich auch erstmal auf ihre Hose bekommen – super. 

Der Dutt mit der „Not socks“

Die anderen wollten dann zu den Dingli Cliffs fahren und ich bin dann kurzerhand auch mitgekommen. Die Klippen waren echt schön, aber ich war leider insgesamt ziemlich erschöpft von der Woche und da ich einen ziemlich weiten Heimweg hatte, bin ich dann relativ schnell wieder nach Hause gefahren.

Meine Busverbindung ist zwischendrin gecancelt worden und ich stand dann im Nirgendwo an einer Bushaltestelle und wusste nicht mehr wo hin. Als ich es von dem Ort dann aber zu einem anderen geschafft hatte und ich endlich in meinem zweiten Bus saß, dachte ich, dass jetzt ja eigentlich nichts mehr schief gehen kann.. Ich musste dann wieder durch einen komplett fremden Ort laufen und sowohl Google Maps als auch meine Tallinja (Bus) App hat mir gesagt, dass ich jetzt einfach nur noch schnell über die Straße muss und dann bei der richtigen Bushaltestelle sei. Diese einfache „Straße“ war tatsächlich eine sehr gut befahrene Autobahn und man konnte sie zum Einen aus reiner Lebensmüdigkeit nicht überqueren aber zusätzlich zur mangelnden Sicherheit auf diesem Weg, war es auch rein technisch gar nicht möglich über die gesamte Straße zu kommen, weil in der Mitte eine Abtrennung war, die es verhinderte, über die gesamte Straße einfach mal so drüber zu rennen. Ich war an einem bestimmten Punt so genervt von der Bus App, die mir dauerhaft den falschen Weg angezeigt hat und da ich eh schon relativ erschöpft war, hat mich die ganze Situation dann irgendwann einfach nur noch komplett müde und schlecht gelaunt gemacht..Am Ende habe ich es geschafft und nach etwas weniger als 1 1/2 Stunden, 2 km zu Fuß und nach 3 Bussen, war ich dann auch endlich zuhause. Als ich dann endlich in meiner Gastfamilie war und ich mich eigentlich nur noch in mein Bett legen wollte und meinen Winterschlaf dieses Jahr nachholen wollte, ist mir natürlich eingefallen, dass ich komplett vergessen habe die Zutaten für das Rezept meiner Hospitality Class zu kaufen, die ich am nächsten Tag gebraucht habe. Die habe ich dann gekauft und zusätzlich dazu habe ich noch meine Hausaufgaben gemacht. 

Die gesamte Woche war also mal wieder sehr ereignisreich und ich sammle hier Tag für Tag neue Erfahrungen. Mal sehr gute und auch mal eher schlechtere. 

Ich hoffe ihr habt auch im Moment alle eine gute Zeit und es geht euch allen Tip Top. 

Bis zum nächsten Mal 

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