Hallihallo meine Lieben,
Ich hoffe es geht allen Tip Top und ihr habt den Fasching entweder schön gefeiert oder entspannt an euch vorbeiziehen lassen. Ich habe den Fasching dieses Jahr glaube ich so oft gefeiert wie noch nie zuvor, weil ich es in Deutschland eigentlich nicht einsehe im Februar bei -3 Grad in meinem Prinzessinnen Kostüm draußen rumzustehen und mich mit einer Menschenmenge aus kleinen Kindern und betrunkenen Jugendlichen (und auch Erwachsenen) zu umgeben..
Was ich so aus Deutschland höre, ist auch eher ne Bestätigung von meinen Gedanken bezüglich dieses Fests und der Jahreszeit insgesamt: alle die auf dem Fasching waren sind wegen der Kälte und den vielen anderen Menschen krank geworden und es hat wohl mal wieder geschneit. Bei mir hat es im Gegensatz dazu so richtiges Frühlingswetter. An manchen Tagen ist der Wind wirklich schwer auszuhalten, vor allem wenn man die Straßen hier auf Malta entlang läuft – wenn man gerade zwischen ein paar Gebäuden ist, dann ist der Wind ganz normal und sobald man dann nach 100 Metern wieder um die nächste Ecke kommt, weht einem der Wind so sehr ins Gesicht, das man die Augen fast nicht aufmachen kann. An ein paar Tagen kommt dann zu dem Wind auch noch Regen, aber das ist zum Glück inzwischen nur noch so 2-3 mal die Woche. Den Rest der Zeit lacht einen die Sonne an sobald man das Haus verlässt und die Temperaturen sind so, dass man gut mit einem Pulli und einer dünnen Jacke durch den Tag kommt. Ich merke immer wieder, was für eine große Auswirkung es auf mich hat, wenn ich raus aus meinem Zimmer und insgesamt dem Haus komme, mich draußen bewege und die Sonne genieße. Wenn es mir mal nicht so gut geht und ich mich einfach nicht so gut fühle, dann hilft es mir eigentlich immer mal einen Schritt vor die Tür zu machen.
Heute ist es Freitag und ich bin sehr dankbar dafür, heute nach der Schule nach Hause zu gehen und Wochenende zu haben. Ich habe die letzten Schultage absolut nicht genossen und hab mehr oder weniger die Sekunden runter gezählt, bis ich endlich zuhause war. Warum? So genau kann ich das jetzt nicht sagen, aber ich war sehr müde, habe mich gestresst und nicht wohl gefühlt und war einfach unmotiviert. Wenn ich morgens aufgestanden bin, dann hatte ich einfach keine Lust in die Schule zu gehen und wenn ich abends eingeschlafen bin habe ich da schon schlecht über den nächsten Morgen und die Schule gedacht. Gestern hatte ich mich auch tatsächlich nicht soo einen guten Tag, weil mir einfach kein Fach Spaß gemacht hat und ich vor allem Chemie hier nicht wirklich toll finde. Es geht einfach nicht in meinen Kopf rein, wie ich das Volumen von 5 g Natrium in Wasser ausrechne – sorry.
Aber mit dieser Einstellung komme ich auch nicht weiter. Eigentlich mag ich wirklich jeden Wochentag außer Donnerstag was heißt, dass ich jetzt zum Einen erst in einer Woche wieder Donnerstag habe und ich zum Anderen den Donnerstag weiterhin überleben werde.
Insgesamt waren die letzten Tage so semi gut. Ich habe mich ab und zu wieder (grundlos) panisch gefühlt und war insgesamt traurig. Was mich daran so nervt ist, dass ich gar nicht weiß wieso ich mich so fühle und ich dementsprechend auch keine Lösung für mein Problem finden kann (wenn ich das Problem nicht kenne). Es hat wieder angefangen, dass ich mich total einsam gefühlt habe wenn ich morgens aufwache, nach der Schule nach Hause komme und Nachmittags und Abends Dinge tue. Alleine sein und einsam sein ist nicht das selbe, aber in diesem Fall bin ich beides. Die Tage fühlen sich mal wieder länger an und es fällt mir schwerer die Zeit „rumzubekommen“. Gestern war das so und ich habe als ich zuhause war wirklich keine Ahnung gehabt, was ich machen will und was ich mit mir selber anfangen soll. Mein Freundeskreis hier ist nicht so groß und wenn dann zwei davon krank sind und die anderen auf Gozo oder Comino sind (wo ich nicht mitkonnte, weil ich an dem Tag Schule hatte und die Anderen dann zu einer Zeit losmussten, bei der ich nicht konnte) dann hat man tatsächlich nichts Anderes zu tun. Seit Min und die anderen Italiener weg sind, haben wir Donnerstags jetzt auch keine Open Discussions mehr auf dem NSTS Campus, was heißt, dass ich noch einen weitern Nachmittag/Abend selber füllen muss. Jetzt fällt Donnerstag aus meinen geplanten Tagen weg und noch ein weiterer Tag weil ich mich sonst immer einmal die Woche mit Min getroffen habe. Ich dachte nicht, dass das so einen großen Einfluss auf mich haben würde, aber das hat es 😖.
Auf jeden Fall fühle ich mich wieder träge. In meinem Kopf hatte ich kurz vergessen, dass Gefühle nicht linear verlaufen. Ich dachte, dass es ab jetzt nur noch besser werden kann aber Gefühle sind eben eher ein auf und ab. Im Moment bin ich weiter unten aber bald wird es mir sicher wieder gut gehen.
Mich stresst es, dass ich nie zum Blog schreiben komme und ich abends immer zu müde bin um noch die Sachen zu machen, die mich entspannen würden. Versteht mich nicht falsch, Schlafen ist immer noch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, aber beim schlafen ruht sich „nur“ mein Körper aus und nicht mein Kopf. Wenn ich am Abend wegen irgendetwas Stress habe oder ich mir Sorgen um etwas mache, dann wache ich am nächsten morgen ja nicht sorgenfrei und entspannt auf. Ich muss mir in nächster Zeit irgendeine Sache suchen, die ich Abends oder auch sonst in meiner freien Zeit machen kann, die mich auch wirklich entspannt und meine Gedanken ordnet. An sich hilft mir Joggen dabei, meine Gedanken zu sortieren und Klarheit zu gewinnen, aber das kann ich zum Einen nicht jeden Tag machen und zum Anderen ist das im Moment auch nicht das letzte was ich an meinem Tag mache. Sobald die Sonne später untergeht, die Tage insgesamt länger werden und es auch nicht mehr regnet sind aber manche meiner „Probleme“ gelöst – also hab ich jetzt einfach Vertrauen darein, dass es mir mit (noch) besserem Wetter und mehr Zeit besser geht.
Mein Plan für die nächsten Wochen: Ich plane mich jeden Tag mit irgendwelchen Aktivitäten zu und treffe mich so oft wie es geht mit anderen Leuten, damit ich gar keine Zeit habe mir Sorgen über irgendwas zu machen und mich über Dinge zu beschweren. Was ich nämlich auch gelernt habe ist, dass ich je mehr Freizeit ich habe (in der ich alleine zuhause bin) ich auch viel mehr das Verlangen habe mit meiner Familie und meinen Freunden zu telefonieren und zu schreiben. In den letzten zwei Wochen hatte ich viel zu tun und war fast die ganze Zeit unterwegs und deswegen habe ich auch gar nicht so wirklich daran gedacht mit meinen Eltern zu telefonieren. Und wenn ich dann doch mal telefonieren wollte, war es meistens schon so spät am Abend (weil ich spät nach Hause gekommen bin), dass ich dann gar nicht mehr gefragt habe ob es passt.
Das waren jetzt so ein paar meiner Gedanken an einem Freitag in der Schule : )
Ich hab euch alle lieb und hoffe, dass ihr alle schöne Ferien habt/hattet und euch gut ausruht.
Bis zum nächsten Mal 😘

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