Wochenupdate 5

Halli Hallo meine Lieben,

Diesmal kommt mein Wochenupdate leider etwas zu spät, weil ich zu viel zu tun hatte die Woche über. Alleine das gerade aufzuschreiben ist irgendwie surreal. Ich hatte keine Zeit, weil ich damit beschäftigt war Ausflüge mit einer Gruppe Mädchen zu unternehmen und Spaß zu haben.. Im Vergleich zu den letzten Wochen, war diese Woche echt perfekt. 

Würdet ihr mich als eine „quiet person“ beschreiben? Also ich nicht! In meiner (sehr professionellen) Selbsteinschätzung bin ich eher aufgedreht und auch eher die, die zu viel sagt als die, die zu wenig sagt..🫣 Natürlich kann ich auch mal still, ruhige und zurückgezogen sein, aber ich bin dadurch ja nicht direkt eine stille Person. Wie ich darauf gekommen bin? Meine Französischlehrerin hier hat mich gefragt, wieso ich denn nie Fragen an sie habe wenn wir Aufsätze schreiben und Aufgaben im Unterricht bearbeiten. Darauf hat dann meine Nebensitzerin geantwortet: „Sie ist einfach eine sehr stille Person, auch in anderen Fächern“. Zugegebenermaßen bin ich hier jetzt nicht der Klassenclown und ich genieße meine Freistunden in denen ich schweigend da sitzen muss irgendwie schon.. den Rest der Zeit ist es in meiner Klasse sonst ziemlich laut. Ich hätte nicht gedacht, dass das den anderen auffällt, dass ich mich manchmal etwas zurückhalte aber naja.. so viel dazu.

Ich fange diesmal mal beim Sonntag an, weil ich den meistens nicht mehr in meine wöchentlichen Updates schreibe, weil ich den Blog am Samstag und Sonntagmorgen schreibe. Ich bin morgens lange spazieren gegangen, weil ich beschlossen habe, dass ich jeden Sonntag entweder joggen gehe oder einen morgendlichen Spaziergang mache. Ich bin einfach in der Sonne los gelaufen und habe ein bisschen die Wohngegend erkundigt (ich finde immer irgendetwas Neues) und als ich dann gerade dabei war mich auf den Rückweg zu machen, bin ich ausgerutscht und voll auf meinen Ellenbogen gefallen. Das war nicht so optimal. Nachmittags bin ich dann zur Schule der anderen Internationals und meiner Gastschwester gefahren um mir dort das Musical „I have a dream“ anzuschauen. Am Anfang wurde etwas schräg gesungen und es wurde teilweise eher geschrien als gesungen, aber am Ende war es echt richtig gut.

Nach dem Musical bin ich dann mit einem Bolt zurück gefahren, weil meine Busverbindung wirklich bodenlos lange gedauert hat. Auf der Fahrt, hat der Fahrer dann auch mit mir geredet, was ich erstmal gar nicht schlimm fand – könnte ja ganz interessant und nett sein sich mit ihm zu unterhalten. Nachdem er mir dann gesagt hat wie erwachsen meine Stimme doch klingt (Pedo-Vibe) hat er mich dann auch gefragt, woher ich komme woraufhin ich dann natürlich „Germany“ geantwortet habe – es gab ja keinen Grund zu lügen. Ohne einen Moment zu zögern hat er dann geantwortet mit „The country of Hitler“. Er hat mich danach dann gefragt, ob ich Hitler denn mag und als ich mit „Nein“ geantwortet habe, hat er dann gefragt „Oh, why not?“. Ich habe (ganz neutral formuliert) gesagt „I dont agree with his politcal believes and opinions“. Er meinte dann so „Ich glaube viele Andere haben da die selbe Meinung wie du“. Zusätzlich zu der Hitler-Frage hat er dann noch gefragt, wer denn mein Lieblingsdikator sei und was mein traumatischtes Erlebnis in meinem Leben – war ein sehr „interessantes“ Erlebnis, das ich nicht wiederholen muss. 

Am Montag habe ich mich mit Lea, einer Deutschen die mit mir hier angekommen ist, getroffen um in 📍Birkirkara einen Kaffee zu trinken und um mit ihr zu einem Epic Store zu gehen, weil ihr Handy einfach kaputt gegangen ist – einer meiner größten Albträume hier. Nachdem ich sie vor dem Store getroffen habe in dem sie erfolglos um Hilfe gebeten hat, sind wir in ein Café gegangen und haben beide jeweils einen Muffin gekauft und ich hatte eine heiße Schokolade. Ich hab die Zeit mit ihr wirklich sehr genossen. Nachdem wir einen Monat lang fast nichts miteinander zu tun hatten, habe ich jetzt gemerkt was für eine coole Freundin sie ist 💕. Wie haben darüber geredet, wie unsere Schulen und Gastfamilien sind, was unsere Pläne für die Zeit hier sind, etc. 

Dienstags in der Schule hatte ich zum ersten Mal das Fach „Pastoral“. Es ist eigentlich dafür da um zusammen mit der Religions Lehrerin Gespräche über Jesus zu führen und Aktivitäten zu machen, die mit dem Glauben zusammenhängen. Die Lehrerin hat mich aber einfach nur die ganze Zeit über Deutschland ausgefragt und die Mädchen haben sich die ganze Zeit mit Kissen beworfen. Der Raum für das Fach ist mit Sofas, Kissen und bequemen Sesseln ausgestattet, was ich tatsächlich in anderen Fächern auch ganz gut finden würde.. Nach der Schule bin ich dann spazieren gegangen um die Sonne zu genießen und habe mein Buch auf einer Bank gelesen. Ungefähr um 4 habe ich mich dann mit Min, der Italienerin, getroffen und wir sind zusammen in 📍Valletta in mein Lieblingscafé gegangen. Der Gossip wurde natürlich auf neuesten Stand gebracht.. Danach sind wir in ganz Valetta rumgelaufen und haben versucht eine blanke Kerze (ohne irgendwas dran) zu finden, weil ich die für den darauffolgenden Tag in der Schule gebraucht habe. Wir haben keine Kerze gefunden..dafür haben wir uns aber Freundschaftsarmbänder gekauft, was ich absolut toll fand. Als wir durch Valetta gelaufen sind haben wir gesehen, wie schön der Sonnenuntergang aussieht und sind dann zu den Upper Barrakka Gardens gerannt um den Sonnenuntergang von dort anschauen zu können – was man halt so an einem Dienstag um halb 6 macht, ne?.

Die besten Brownies der Stadt…(die sollten euch inzwischen bekannt vorkommen)

Unsere Freundschafts-Armbänder

Am Mittwoch nach der Schule habe ich mir dann versucht eine Art Selfcare Tag zu machen, weil ich nach den zwei einhalb Tagen Schule und Freunde treffen schon wieder Zeit für mich gebraucht habe (life of an introvert). In der Schule hatten wir an dem Tag wieder eine „SMILE“ Tag (See Miracles In Everyday Life), wo jede Stunde statt 40 min nur 30 Minuten lang war, die Pause 40 Minuten statt 20 Minuten lang war und wo die letzten 60 Minuten des Schultages Aktivitäten, statt Unterricht gemacht werden. Ich bin in der Gruppe „Colour & Kraft Co.“, wo wir ursprünglich eine Kerze bekleben hätten sollen (ich hatte aber keine Kerze, Kleber oder die Bilder dafür dabei), wo wir dann aber die gesamte Zeit damit verbracht haben ein Lesezeichen mit Glitzersteinen zu bekleben, was ich erstaunlich entspannend fand. Nach der Schule bin ich dann (mal wieder) nach 📍Valetta gefahren und habe dort (vergeblich) nach einer Malta Flagge gesucht, auf der meine Freunde hier unterschreiben können. Außerdem war ich natürlich wieder in meinem Lielingscafé Brownie essen und eine heiße Schokolade essen 😋. Danach habe ich mich dann beeilt, um schnell nach Hause zu kommen, damit ich noch im Sonnenlicht joggen gehen kann (was so halb funktioniert hat). Das Joggen hat Spaß gemacht aber am Ende bin ich dann doch im Dunkeln gewesen.. Abends nach dem Duschen musste ich dann noch einen Online Test zu unserer Schullektüre in English Literature machen, bei dem ich (entäuschenderweise) nur 14/18 Punkten erreicht habe.. obwohl ich das Kapitel um das es ging unmittelbar davor gelesen hatte. 

Eine Korallen Verzierung die wir in meiner Hospitality Class gekocht haben.

Donnerstags bin ich nach der Schule erstmal ungefähr eine Stunde auf meinem Bett rumgelegen und habe dann kurzfristig entschieden wieder joggen zu gehen, wofür ich eigentlich nicht genug Zeit hatte. Ich habe mich glaube ich noch nie so schnell geduscht und anschließend fertig gemacht wie an diesem Tag nachdem ich vom joggen zurück kam. Ich musste mich beeilen, weil ich zu unserer vorletzten Open Discussion auf dem Campus meiner Organisation musste. Ich war dann tatsächlich ca. 20 Minuten zu früh in Sliema und habe mir dann (weil ich hungrig war) Maiswaffeln und Parmesan Streifen gekauft um die dann neben einem Sportplatz zu essen (Parmesanstreifen ohne alles ist ein wirklich zu empfehlender Snack – probiert es erstmal, bevor ihr mich verurteilt). Die Diskussion die wir hatten war über Stress. Die Leiterin hat uns erklärt, welche Arten von Stress es gibt, welche Coping Mechanismen es gibt und welche davon gesund sind. Es war ein spannendes Thema und es war irgendwie beruhigend zu hören, dass es anderen genauso geht wie mir. Wir mussten nämlich in kleineren Gruppen einen Fragebogen besprechen, den wir davor alle ausgefüllt hatten, auf dem wir bestimmte Situationen und Dinge nach unserem Stresslevel bewerten mussten. Fast alle in meiner Kleingruppe, mich eingeschlossen, haben als einen der größten Sorgen- und Stressfaktor „Worrying about the future“. Ich habe da eher an meinen Abschluss und die Weltpolitik gedacht während die Anderen da teilweise meinten, dass sie sich nicht entscheiden können welches Leben sie führen wollen, weil sie so viele Ideen haben. Alles solide Punkte. Ich weiß auch immer noch nicht was ich später mal werden will und wie ich mir mein Leben in der Zukunft so genau vorstelle und es hat mich etwas beruhigt, dass es anderen auch manchmal so geht. Nach der Open Discussion bin ich dann auf dem Campus mit auf das Zimmer einer Italienerin gegangen und habe von ihr ein Nutella Brot geschenkt bekommen – sehr professionell und vor allem mit Liebe und Perfektion geschmiert.

Danach sind wir dann zum teureren und schöneren Campus von NSTS gelaufen, weil die Italiener seit einer Woche immer dort ihr Abendessen bekommen. Ein paar andere Deutsche und ich haben sich dann einfach mit in die Schlange gestellt und einfach kostenloses Essen dort bekommen (yay). Danach sind wir dann alle zusammen in eine Art Bar gegangen, in deren Keller man Dart und Billard spielen konnte. Ich bin wirklich Grotten schlecht im Dart spielen (meine Durchschnittliche Punktzahl ist so um die 4 – die Höchstpunktzahl, die man mit drei Würfen erreichen kann ist 180 😂) aber es hat total Spaß gemacht. Später an dem Abend habe ich dann noch ungefähr eine Stunde lang Billard gespielt (wo ich ein Naturtalent bin.. wenn man das so ausdrücken will). Direkt beim ersten (oder zweiten) Versuch habe ich eine der Kugeln perfekt getroffen! (Danach dan zwar keine mehr, aber das tut hier nichts zur Sache). Der Abend hat wirklich Spaß gemacht und ich bin endlich mal meiner FOMO nachgegangen. So dumm das auch klingt, weil mich das wahrscheinlich nicht so beeinflussen sollte, aber in diesem Fall war es richtig gut meine Comfort Zone zu verlassen. 

Der luxuriösere Campus – ich weiß, mein Bild ist super professionell und zeigt total viel..

Am Freitag waren wir in der Schule weniger als die Hälfte unserer Klasse, weil alle die Accounts als Fach haben einen Ausflug gemacht haben. Sie konnten mir irgendwie nicht ganz erklären wo sie hingegangen sind, weil sie meinten, dass sie es selber nicht so ganz verstehen – auch gut. Der Schultag war deswegen echt entspannt, weil fast alle Lehrer ihren Unterricht nicht machen wollten, wenn nur so wenige da sind. Wir sind deswegen fast jede Stunde in die Turnhalle gegangen und haben dort Volleyball und Badminton gespielt. In meiner Vorletzten Stunde hatte ich eigentlich vor entspannt meinen Blog zu schreiben aber da der Unterricht mehr oder weniger auch ausgefallen ist, habe ich dann Spaßfotos mit meiner Nebensitzerin gemacht (siehe Beweisstück A und B). 

Beweisstück A

Beweisstück B

Nachmittags bin ich dann nach 📍Naxxar gefahren um mich dort mit einer Gruppe Mädchen zu treffen (alle Deutsch außer einer die aus Tschechien kommt) um zur 📍Golden Bay zu fahren. Die Busfahrt war echt ewig (über eine Stunde) aber wir haben uns die Zeit gut vertrieben. Als wir dann angekommen sind war ich echt sprachlos. Es war wunderschön dort. Ich war zum Ersten mal seit ich hier bin an einem richtigen Strand und dann direkt an einem so hübschen. Was mir am meisten Spaß daran gemacht hat: Wir haben uns alle jeweils etwas anderes Beim Kiosk am Strand gekauft und uns dann auf ein Handtuch gesetzt und alles geteilt. Jeder hat bei jedem mal probiert und es wurde kritisch bewertet welcher Muffin denn der Beste ist (ganz klar der Karottenmuffin). Wir haben uns den Sonnenuntergang angeschaut und ich habe jede Sekunde davon genossen. Wir waren an dem Strand, bis es Stockfinster war und wir die letzten vor Ort waren. Der Rückweg war dann wieder ewig lang und nach 2 Stunden war ich dann irgendwann auch mal zuhause. Der Tag hat wirklich Spaß gemacht und mir gut getan.

Samstags haben wir uns dann alle wieder getroffen um nach 📍Gozo zu fahren (andere Hauptinsel vom Staat Malta). Auf der Fähre habe ich (nach einem Monat) endlich wieder ein Gespräch über Politik gehabt, bei dem ich mich verstanden und gesehen gefühlt habe und bei dem mein Gegenüber tatsächlich auch informiert war und nicht einfach nach Gefühlies entschieden hat wie die Welt zu sein hat. Wir haben uns dann in ein Café/Restaurant in Victoria gesetzt, wo ich und 2 andere der Mädchen Mittag gegessen haben und Kaffee getrunken haben. Ich hatte Ravioli die traditionell gozonianisch waren. Die waren echt super lecker, nur war da sehr viel Knoblauch dran und ich sag mal so: Das ist den anderen den Tag über während den Gesprächen mit mir auch aufgefallen..🥲 Wir sind dann zu Fuß zu einer Bucht gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir an einer Halle (die mehr nach Bauernhof aussah) voll mit Gemüse und Früchten gesehen und mussten natürlich anhalten um uns Früchte zu kaufen. Ich habe mich dann nach kurzem Überlegen dazu entschlossen mir Trauben zu kaufen und das war die Beste Entscheidung meines Lebens (ungelogen – ich meins ernst!). Diese Trauben waren ohne Kerne, total prall und knackig und perfekt gesüßt. Was eigentlich mein Frühstück für den nächsten Tag werden sollte wurde dann eventuell von mir und dem Rest der Truppe weggefuttert bevor wir überhaupt zurück auf Malta waren – es hat sich so gelohnt. Wir sind auf dem Weg dann auch noch an einem Souvenirshop/Schmuckladen vorbeigelaufen und haben uns alle Freundschafts-Armbänder gekauft. Neben dem Souvenir Shop war auch ein kleiner Markt mit traditionell maltesichen Spezialitäten, Gewürzen und genähten Dingen. Die Probierproben wurden alle von uns durchgetestet und es wurden direkt ein paar der Süßigkeiten auf meine Souvenir Liste gesetzt. Ich bin dann eingehakt mit den anderen, weiter gelaufen bis wir schließlich an unserem Ziel angekommen sind. Wir konnten in eine Höhle rein und uns die Klippen ein wenig anschauen und selbstverständlich musste sich auch was zu essen gekauft werden. Danach sind wir dann (im Regen) zurück nach Victoria gefahren und haben dort einen Bus zur Fähre genommen. Nach der Fähre sind wir dann wieder in einen Bus und nachdem alle anderen schon ausgestiegen sind und an ihrem Ziel (sprich zuhause) waren, bin ich in meinen letzten Bus und bin endlich auch zu Hause angekommen. Insgesamt war Gozo sehr viel ruhiger als Malta es ist. Auf Malta ist immer irgendwie etwas los und es ist immer jemand unterwegs, egal wann man raus geht: irgendwer hupt gerade . Und auf Gozo war es das komplette Gegenteil. Es war ruhig und mich hat der Aufenthalt dort sehr entspannt. Zum einen wegen der ruhigen Stimmung auf Gozo aber auch wegen der Gruppe Mädchen mit der ich unterwegs war. Es war total schön endlich wieder ein Teil von etwas zu sein und Girls Talk zu haben, den ganzen Tag aufeinander rumzuhängen und auf der Schulter der anderen Pause zu machen wenn man so langsam auf der Busfahrt müde wird.

Ursprünglich war geplant, dass wir alle nach Hause gehen und uns dann später (so um halb 10) treffen um in eine Karaoke Bar zu gehen und zu singen, aber ich war erst um 9 zuhause und war dann einfach viel zu müde um nochmal raus zu gehen. 

Am Sonntag bin ich dann wieder joggen gegangen und habe mich (mal wieder) super schnell fertig machen müssen. Als ich dann an der Bushaltestelle stand (nachdem ich da hingerannt bin) dachte ich, dass eine andere Person ihren Arm schon ausgestreckt hatte, damit der Bus anhält. Dreimal dürft ihr raten wer falsch lag und an wem der Bus vorbeigefahren ist. Ich habe dann versucht mir einen anderen Bus rauszusuchen und bin dann einfach in einen eingestiegen der in Richtung 📍Marsaxlokk fährt. Während der Busfahrt war ich in einem Family Call von dem ich tatsächlich bis zu dem Moment, wo ich angerufen wurde nichts wusste. Es hat sich total illegal angefühlt im Bus zu reden, weil es eigentlich immer total leise ist und irgendwie niemand redet. Ich bin dann da ausgestiegen wo ich am nächsten dran war und habe dort auf meinen nächsten Bus gewartet. Weil der aber erst in 20 Minuten gekommen ist, habe ich mir noch einen super leckeren Muffin im Convenience Store an der Ecke gekauft.

Mein Bus hatte dann oben drauf noch Verspätung weshalb ich rund eine Stunde zu spät in Marsaxlokk ankam. Dort ist jeden Sonntag ein Markt, auf dem man Schmuck, Kleidung, Essen und Spezialitäten kaufen kann. Nachdem ich die anderen Mädchen dann endlich gefunden habe sind wir rumgelaufen und haben uns alles angeschaut. An mehreren Ständen gab es Pistazien- und Haselnuss Creme, die man auch probieren dürfte.. und ich sag mal so: wir haben mehr als nur einmal probiert. Insgesamt wahrscheinlich so um die 15 mal. Daher, dass ein Glas aber sechs Euro gekostet hat, hab ich davon nichts gekauft. Als wir an einem Obststand vorbei gelaufen sind, haben wir uns dann (wieder) Trauben gekauft. Die wir von 6 € auf 3,80 € runterhandeln konnten – Profis würd ich sagen. Nachdem wir nach Malta Flaggen geschaut haben, die wir alle als Erinnerung haben wollten (damit Leute darauf unterschreiben können) und wir von einem Stand zum Anderen geschickt wurden, haben wir dann auch endlich welche in der richtigen Größe gefunden. Anschließend haben wir dann Mittag gegessen – ich hatte (sehr leckeres) Knoblauchbrot und Sprudelwasser (ich vermisse gutes Sprudelwasser wirklich so sehr). Nachdem wir dann auf dem Markt fertig waren sind wir zum Bus gerannt, der uns dann nach Valletta gefahren hat. Da war gerade ein Umzug wegen dem Stadtfest der Gemeinde St. Paul. Das ganze Spektakel haben wir uns angeschaut und sind danach in einen Schmuckladen gegangen und haben etwas gestöbert. Anschließend gab es eine heiße Schokolade für mich und wir haben uns dann das „Ende“ der Parade angeschaut, wo eine Statue von St. Paul auf einem Pferd auf ein Podest gebracht wurde. 

Ich bin dann wieder etwas früher Nach Hause gegangen als die meisten anderen, weil ich wieder etwas Me time gebraucht habe und ich noch meine Haare waschen musste. 

Montags bin ich aufgewacht und hatte eigentlich gar keine Lust meinen ursprünglichen Plan für den Tag durchzuziehen. Mein Plan war, nach 📍Gozo zu fahren, dort wandern zu gehen und danach wieder zurück zu fahren. Ich bin so froh, dass ich mich doch dazu bringen konnte nach Gozo zu gehen, und dass ich mir das zugemutet habe. In meinem ersten Bus saß ich gegenüber von einer Frau, die mir gesagt hat, wie schön mein Lächeln ist, was mich sehr gefreut hat und im zweiten Bus saß ich in einem vierer Sitz mit verschiedenen Männern. Die Fahrt war über eine Stunde lang und ich habe in der Zeit gelesen und einen neuen Podcast gehört. Kurz bevor ich dann aussteigen musste (an der Endstation) hat es angefangen zu schütten und der Himmel hat sich komplett zugezogen – da hab ich dann eventuell kurz die Hoffnung für den Tag verloren. Daher, dass mein Bus 10 Minuten zu spät war habe ich (eigentlich) meine Fähre verpasst gehabt, doch als ich mich gerade in den Wartebereich gesetzt hab, hat ein Mann gerufen „Ferry to Gozo, anyone left?“. Ich bin dann zur Fähre hin gepowerwalked und habe es mir zusammen mit meinem iPad und meinen Reeses (meine absolute Lieblingssüßigkeit in der letzten Zeit) bequem gemacht. Als die Fähre dann nach ca. 30 Minuten auf Gozo angekommen ist war das Wetter auch wieder besser und die Sonne hat geschienen. Ich hatte mir bis dahin irgendwie immer noch keine Wanderroute rausgesucht und war gerade im Bus der nach 📍Victoria fahren sollte, als ich eine Küstenwanderung gefunden habe, die direkt von dem Ankunftsort der Fähre aus startet. Ich bin dann wieder aus dem Bus ausgestiegen und bin zum Startpunkt der Wanderung gelaufen. Direkt als ich da war, wusste ich, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, weil das mein Ausblick war: 

Ich bin dann einfach drauf losgelaufen und bin dem Trampelpfad gefolgt. Das hab ich für 2 1/2 Stunden gemacht und bin dann in eine Stadt gelaufen, damit ich mit dem Bus nach Victoria fahren konnte. Mein Bus kam zu spät aber ich hatte trotzdem noch ein wenig Zeit in Victoria bis ich zum Bus musste, der mich zur Fähre gefahren hat. Ich habe mich dann in ein Café gesetzt und einen Kaffee getrunken und einen (nicht ganz so guten) Lava Kuchen zu essen.

Anschließend bin ich zur Fähre gefahren und habe den ganzen Hinweg wieder gemacht (nur halt in der umgedrehten Reihenfolge).

Diese Wanderung hat mir richtig gut getan. Ich habe endlich etwas komplett alleine unternommen, das Planung und etwas mehr Mut als sonst gebraucht hat und ich habe ganz bewusst in dem Moment gelebt. Auch wenn der Wind wirklich sehr laut war, habe ich absichtlich keine Kopfhörer mit Musik oder einem Hörbuch getragen, weil ich mich nicht von meinen eigentlichen Gedanken ablenken wollte, sondern genau das Gegenteil machen wollte. Ich wollte meinen Gedanken einfach freien Lauf lassen und in Ruhe meine Sorgen, Ideen und Erinnerungen sortieren. Es hat sich gut angefühlt etwas komplett Neues zu machen. Normalerweise gehe ich zwar viel spazieren, aber nicht wirklich wandern (ich bin mir nicht ganz sicher wo der Unterschied ist aber es gibt sicher einen). Ich bin teilweise durchs Gebüsch gelaufen, weil der Weg etwas zugewachsen war aber es hat sich absolut gelohnt. Ich war richtig stolz auf mich und ich bin es immer noch.   

Rückblickend auf die vergangene Woche bin ich gerade absolut froh, dankbar und stolz. Der Montag fühlt sich so weit weg an, und das weil ich so unfassbar viele Sachen erlebt habe. Ich habe wundervolle Zeit mit Freunden verbracht und tolle Gespräche gehabt (auch wenn sie auf Deutsch waren), ich habe mich mehrmals aus meiner Comfort Zone gedränt und es hat sich bisher jedes mal gelohnt und ich habe dinge gemacht, die ich schon längst vor hatte, die ich mich nur einfach nicht getraut habe. 

Alle die mir auf Instagram folgen (ja, ich habe jetzt endlich Instagram), haben die letzten Tage schon ein zwei mal Einblicke in meine Ausflüge bekommen und ich freue mich immer, wenn ich das anderen zeigen kann und davon erzählen kann. Nach wirklich langem überlegen, ob ich mir Instagram jetzt hole um mit den Leuten hier besser schreiben zu können und um insgesamt ein bisschen mehr mitzubekommen, habe ich das jetzt endlich gemacht. 

Mein Plan für die nächsten Tage ist recht simpel. Heute mache ich Schulsachen, mache Sport und treffe mich für das Fest in Valetta mit Freunden. Morgen habe ich dann wieder Schule (ist die letzten zwei Tage ausgefallen) und danach treffe ich mich mit Min um in ein Café zu gehen. Es ist das selbe Café wie das, wo wir schonmal zusammen waren, aber beim Letzten mal konnten wir uns beide nicht entscheiden, was wir nehmen wollen weshalb wir jetzt nochmal dahin müssen um das jeweils andere zu probieren. Donnerstags sollten wir (so weit ich weiß) wieder eine Open Discussion haben und von Samstag bis Dienstag sind hier Faschings Feiertage wo ich zum Karneval nach Valetta gehe um den zu feiern. Ich mag es zwar eigentlich nicht mich zu verkleiden und in Menschenmengen zu sein, aber man lebt ja nur einmal.  

Was die Schule angeht, ist es in Ordnung. Ich fühle mich eigentlich recht wohl in meine Klasse und habe mich inzwischen an alle gewöhnt. Ich habe mir eigentlich fest vorgenommen letzte Woche eine der Malteserinnen zu fragen, ob wir uns treffen wollen, aber ich habe es dann mehr oder weniger vergessen und ich hatte dann auch selber keine Zeit mehr. 

Den Kontakt zu meiner Familie konnte ich schon mehr reduzieren und es ist glaube ich auch zu einem guten Ausmaß gekommen. Ich habe letzte Woche 3 Mal mit ihnen telefoniert. Zweimal war es aber gar nicht so richtig geplant. Am Mittwoch mussten wir etwas klären und am Sonntag war ich aufeinmal in einem Gruppenanruf zusammen mit Feli, von dem ich bis dahin nichts wusste.

Insgesamt war die letzte Woche also sehr schön und es hat auf jeden Fall gut getan all die Dinge zu unternehmen und mich mit Leuten zu treffen. 

Mein Tiefpunkt der letzten Woche: Das Gespräch mit dem Bolt Fahrer über Hitler – was war das?

Mein Höhepunkt der Woche: Golden Bay und Gozo mit den Mädels 💕

Ich hoffe es geht allen gut und ihr habt alle eine schöne Zeit. Lasst euch nicht stressen, ihr habt genug Zeit für alles und ihr schafft alles war ihr euch vornehmt. Ich hab euch lieb und vermisse euch, aber mir geht es auf jeden Fall deutlich besser.

Bis zum nächsten Mal 😘

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One response

  1. Hallo Nuria , deine antiquierten Großeltern haben Gestern Deinen Block entdeckt. Leider werden wir Deutschen immer wieder mit Hitler konfrontiert.
    Malta war bis 1964 britische Kolonie . Der Premierminister 1945( das Todesjahr Hitlers) war Winston Churchill. Frag die Leute was sie von ihm halten?
    Du kannst aber auch sagen , dass Hitler vor der Geburt Deiner Großeltern schon gestorben ist.
    Wir haben Dich sehr lieb.. Oma und Opa.

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