Hallo alle zusammen, ich bin jetzt schon seit 4 Wochen hier und am Montag (02. Februar) bin ich schon seit einem ganzen Monat hier auf Malta. Es fühlt sich nicht so an, als wäre ich schon einem Monat lang von meiner Familie weg, obwohl sich das vermutlich damit erklären lässt, dass ich viel mit meiner Familie Kontakt halte und bisher auch sehr regelmäßig mit ihnen telefoniert habe. Ich bin hier zum Teil schon angekommen und zum Teil noch gar nicht. Ich war aufgrund des Wetters in den vergangenen Wochen nicht so viel in anderen Städten unterwegs und war fast nur in Paola (wo ich wohne), Valetta und Sliema. Ich will das auf jeden Fall ändern, weil ich hier bin um viel alleine zu unternehmen und um hier so viel wie möglich zu sehen – was ich bisher eben noch nicht so wirklich gemacht habe. Das Problem dabei ist wie gesagt das Wetter (weil es wegen dem Wind und Regen sehr kalt ist und ich nicht frierend in der Kälte rumstehen will) aber auch noch andere Dinge. Die Sonne geht hier immer so um 17:20 Uhr unter, was heißt, dass ich dann halt auch im Dunkeln Bus fahren muss und im Dunkeln alleine durch dir Gegend laufen muss, was ich nicht umbedingt machen will. Abgesehen vom kalten Wetter und dem „frühen“ Sonnenuntergang will ich auch immer so oft wie möglich mit anderen Leuten Dinge unternehmen und warte dementsprechend an manchen Tagen stundenlang auf die Antwort der anderen Person, bis ich dann tatsächlich irgendwo hin kann.
ch bin da immer etwas zweigespalten zwischen dem „Ich mache alles alleine und selbstständigen“ – Ich und zwischen dem „Ich bin sozial und treffe mich mit neuen Leuten“ – Ich. In den letzten drei Tagen habe ich mich nachmittags immer mit jemandem getroffen und ich glaube es ist für viele andere Internationals ziemlich normal, sich immer mit anderen zu treffen um Trips zu machen. Ich habe aber wie gesagt einfach keine so große Gruppe an Personen hier, mit denen ich sowas unternehmen kann, weshalb ich diese Option gar nicht jeden Tag habe. Die Italienerin mit der ich mich jetzt schon ein paar mal getroffen habe und mit der ich mich gut verstehe, reist schon in 2 Wochen wieder ab und dann habe ich sie auch nicht mehr. Außerdem finden dann keine wöchentlichen Treffen mehr Donnerstags auf dem Campus meiner Organisation statt, was ich auch sehr schade finde, weil ich dann wieder einmal noch weniger andere Leute sehe. Und auch die Deutsche (Lisa) mit der ich mich schon öfters getroffen habe, reist 3 Monate vor mir ab.
Mein Plan ist im Moment eigentlich, mich mit so vielen Leuten wie möglich anzufreunden und einfach offen für jedes Treffen zu sein. Ich habe aber am Donnerstag gemerkt, dass ich nicht sooo gut darin bin mich alleine zu einer Gruppe dazuzustellen und einfach so mitzureden, was da durchaus ein wichtiger Faktor wäre.
Meine Woche:
Am Montag war ich in der Schule und hab ansonsten eigentlich recht wenig gemacht. Abends habe ich noch ein wenig mit einer Freundin telefoniert, die gerade ebenfalls ein Auslandssemester macht.
Am Dienstag bin ich nach der Schule um mich vom Heimweh abzulenken nach Valetta gefahren, habe dort einen Kaffee getrunken (in meinem Lieblingscafé) und habe Zutaten für ein Rezept eingekauft, das wir am Tag darauf in der Schule gekocht haben.


Das war die einzige Boxengröße, die das Café hatte… Und bei einem Brownie für 4€ ist dieses Viertel da einen ganzen Euro wert – das wird nicht zurückgelassen!
Am Mittwoch war in der Schule ein wirklich absurdes Spektakel: Schüler einer anderen Churchschool (nur Jungs) kamen an unsere Schule um uns eine (Plastik-) Fackel zu übergeben, weil die ganzen Chuchschools wohl eine Art olympisches Spiel untereinander veranstalten. Es klingt absurd und das war es auch. Die ganzen Schülerinnen der Schule haben sich in der Turnhalle an den Wänden aufgestellt und dann darauf gewartet, dass die Jungs mit der Fackel kommen. Es ist dann ein einzelner Junge in die Turnhalle gejoggt (er ist nicht gelaufen und nicht gerannt – entspanntes Joggen) und hinter ihm kamen dann nach ein paar Sekunden 4 Jungs nach, die jeweils eine Ecke einer Flagge gehalten haben. Dann hat erst ein Junge eine Rede gehalten (ich hab keine Ahnung, was er gesagt hat – war auf maltesisch) und dann auch ein Mädchen unserer Schule. Nachdem die Fackel dann übergeben wurde, mussten die „Auserwählten“ (Gruppe von Mädchen der Abschlussklasse) eine Runde in der Turnhalle joggen und dann wurde (sehr laut) durch die Lautsprecher die Nationalhymne von Malta gespielt und so ca. die Hälfte der Schüler und Lehrer haben auch halbherzig mitgesungen. War also sehr interessant mitzuerleben.


Nach der Pause haben wir dann in Hospitality gekocht. Ich bin jetzt nicht schlecht im Kochen, aber meine Lehrerin hasst mich glaube ich inzwischen, weil ich sie ungefähr eintausend Frage frage, weil ich genaue Anweisungen brauche, wenn ich koche. Ich habe aus Versehen veganen Käse gekauft, der dann nicht geschmolzen ist – aber ansonsten hat die Pasta ganz gut geschmeckt.
Ich hab mich dann auch nachmittags mit Lisa getroffen und wir waren zusammen shoppen. Jeder der vor hat mal nach Malta zu gehen, der sollte auf jeden fall die malteischen Chips „Twisties“ hier probieren – ich habe mir die während wir shoppen waren gekauft ,eigentlich um sie dann zuhause zu essen, aber als wir auf die Fähre gewartet haben (die natürlich zu spät kam) wurde dann mal eben die ganze Packung weggesnackt (die war nicht soo groß und ich hatte eben Hunger). Der Nachmittag war ganz schön und es hat gut getan raus zu gehen und sich mit anderen zu unterhalten (und natürlich den Gossip mitzubekommen).

Auf ein Eis konnte ich natürlich auch nicht verzichten


Der Supermarkt in Valetta. Meiner Meinung nach: sehr hübsch
Donnerstags hatten wir dann wieder diese Open Discussion auf dem Campus meiner Organisation und ich war die Erste da und habe dann erstmal komisch im Raum rumgestanden und etwas Smalltalk mit der Leiterin der Diskussion gehabt. Es sind dann auch ein paar Jungs mitdazugekommen und ich habe die Erkenntnis gehabt, dass es einfacher ist Freunde zu finden, wenn man ein Junge ist. Wieso? Die kannten sich vielleicht seit 2 Sekunden und haben sich dann einmal zugenickt und abgeklatscht und schon saßen sie zusammen, haben getratscht und sahen zusammen aus als wären sie Besties. Ob die Freundschaften von denen dann so tiefgründig sind wie die, die ich mit Mädchen hätte bezweifle ich dann zwar, aber für den ersten Moment ist das schon leichter. Es hat sich sogar ein Junge freiwillig mit mir unterhalten – könnt ihr es glauben?
Nach der Diskussion die an dem Tag nur eine Stunde lang ging, bin ich dann mit der Italienerin mit der ich mich schonmal getroffen hatte essen gegangen. Wir sind um 18:10 in ein Restaurant reingegangen, das um 18 Uhr aufgemacht hat. Dementsprechend war da dann auch niemand und der Kellner hat uns natürlich erstmal die gesamte Speisekarte erklärt. Wir haben dann Pasta Carbonara gegessen und sogar kostenlos frittiertes Brot und Käse bekommen (war um ehrlich zu sein gar nicht so gut aber über kostenloses Essen freue ich mich natürlich trotzdem immer). Und dann kamen wir während dem Essen natürlich zum Wichtigsten: dem Tea. Auch wenn ich nicht wirklich viel zu erzählen hatte, hab ich einiges zu hören bekommen was auf jeden Fall spannend war 😁. Nach Hause gefahren bin ich dann wieder mit einem Bolt (Taxi) und ich muss ehrlich sein: ich habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht (bin 2 mal damit gefahren) – ist also empfehlenswert.

Die Fahrt zum Campus war mal wieder extrem angenehm im überfüllten Bus. War auf jeden Fall schön kuschelig.

Gestern, also am Freitag, wollte ich dann spontan nach Mdina (merkt euch den Namen, wird noch wichtig) – „the silent city“ – fahren und habe mit einer anderen Deutschen (Lisa) ausgemacht, dass wir uns da um 5 treffen. Ich bin dann also in meinen Bus gestiegen und habe erstmal meinen Busstop verpasst (ich bin da echt kein Genie). So weit so gut – ich bin dann einfach den Weg ,den ich zu viel gefahren, bin zu Fuß zurück gelaufen und habe auf den nächsten Bus in Richtung Mdina gewartet. Da kam dann tatsächlich auch einer und ich stieg da halt sorgenfrei ein. Dann schreibt mir meine Freundin, dass sie jetzt da ist und schickt mir ihre Live Location über WhatsApp. Sie war da gerade in Msida (≠ Mdina) und ich habe mich nur so gefragt, warum mein Handy ihren Standtort nicht aktualisiert.. Alle die eins und eins zusammenzählen können haben es wahrscheinlich schneller gecheckt als ich gestern: sie ist überzeugt nach Msida gefahren, weil sie dachte, dass wir uns dort treffen würden. Ich saß aber natürlich in dem Bus nach Mdina und war dann etwas hilflos, weil die Städte alles andere als nebeneinander liegen.

Das linke Kreuz is Mdina (ursprünglicher Treffpunkt) und das rechte Kreuz ist Msida
Nach ca. einer Minute nachdenken (in der ich mich immer weiter von Msida entfernt habe) bin ich dann aus dem Bus ausgestiegen, zur nächsten Bushaltestelle in die andere Richtung gelaufen und habe da auf meinen Bus gewartet, der mich nach Msida bringen sollte. Der Bus kam dann aber nie und ich habe herausgefunden, dass der da auch grundsätzlich nicht vorbei fährt und ich mich nicht auf Google Maps verlassen sollte bei Bus Routen. Ich bin dann in den nächsten Bus eingestiegen der kam. Dieser ist nach Valetta gefahren und ich habe Lisa dann einfach geschrieben, ob wir uns nicht einfach in Valetta treffen wollen, weil das eigentlich von überall gut mit dem Bus zu erreichen ist.
Long Story short: Wir haben uns dann (nach einer Stunde nutzlosem rumfahren) in Valetta getroffen und haben uns ein Café gesucht. Das Café, das wir dann gefunden haben, war total süß eingerichtet und die Atmosphäre dort war auch sehr gut. An sich kann ich inzwischen ziemlich gut selber bestellen, aber sobald jemand anderes dabei ist (vor alle jemand deutsches) verfalle ich wieder in mein ursprüngliches Muster..Sprich: Ich will nicht bestellen und verhasple mich auch ungefähr 12 mal während ich mir einen einfachen Eiskaffee bestelle. Zusätzlich zu dem Kaffee haben wir uns dann auch noch zwei Brigadeiros gekauft (brasilianische Süßigkeit). Wir haben beide zum ersten mal Brigadeiros gegessen und waren auch beide positiv überrascht, wie gut sie geschmeckt haben – ist also ebenfalls zu empfehlen.


Abends habe ich dann (sehr gesundes) Abendessen gegessen (siehe Beweisstück A – das Bild unten) und habe noch geduscht (was erstaunlich gut getan hat).

Was ich heute noch mache, kann ich noch nicht genau sagen. Ich würde gerne mit meiner Kamera rausgehen und Fotos machen, aber es soll eigentlich den ganzen Tag über regnen und ich will nicht riskieren, dass meine Kamera kaputt geht. Bisher habe ich erfolgreich gefrühstückt und ich sitze jetzt schon seit fast 4 Stunden in der Küche weil hier die Katzen sind (die mich etwas beansprucht haben), weil ich hier an einem Tisch “arbeiten“ kann – ich habe keinen Tisch in meinem Zimmer – und auch weil meine Gastfamilie sich hier aufhält und ich mich nicht dauerhaft in mein Zimmer zurückziehen will. Sie bieten mir dann immer wieder Tee an und erzählen mir teilweise Sachen von ihrem Tag oder fragen mich nach meinem. Auch vorhin habe ich mit Cassidy (meiner Gastschwester) geredet und ich versuche mich heute einfach gut abzulenken von meinen ganzen Sorgen und ich will heute auf jeden Fall noch rausgehen und irgendetwas unternehmen, entweder auf eigene Faust oder auch mit jemand anderem.

Wahrscheinlich frage ich nachher meine Gastschwester ob wir heute Abend einen Film anschauen wollen – einfach weil ich das so oder so abends machen würde und ich es gerne auch mit ihr mache wenn sie Zeit haben sollte.
Was den Kontakt zu meiner Familie angeht… Das mit dem Reduzieren hat noch nicht so wirklich geklappt 😔. Die ersten Tage der Woche habe ich es wirklich aktiv versucht, aber vor allem am Donnerstag und Freitag habe ich mich so in meinen Gedanken und vor allem Sorgen verloren, dass ich dann kurzerhand zu meinem Handy gegriffen habe und meine Familie angerufen habe. Ich wollte mich ablenken und wollte motivierende und aufbauende Worte hören. Meine Eltern sind glaube ich langsam selbst ratlos was meine Probleme hier angeht 🤡.
Meine Gefühle gehen auf und ab und im Moment sind sie vor allem ganz weit unten. Ich wünsche mir so viel und habe die ganze Zeit FOMO (fear of missing out). Inzwischen habe ich meine unbegründeten Sorgen aussortiert und jetzt habe ich nur noch die Probleme in meinem Kopf, bei denen mir irgendwie niemand anderes helfen kann und bei denen ich mich immer wieder beim nachdenken verliere. 🎢
Meine Tiefpunkte der Woche: Montag (weil ich da fast nichts gemacht habe) und generell die ganzen Male wo ich geheult habe und mich selbst bemitleidet habe.
Meine Höhepunkte der Woche: Das Essen mit der Italienerin, das Café mit Lisa, das Kuscheln mit Heather – der Katze

Ein kleiner Überblick über meine (etwas unproduktive) Woche
Ich hab euch lieb und vermisse euch im Moment sehr. Wünscht mir gute Besserung was meine Sorgen angeht. Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr seid alle schön gesund. Stresst euch nicht zu sehr und nehmt euch auch mal einen Moment für euch selbst in dem ihr dankbar und achtsam seit – jeder hat mal schlechte Zeiten aber es geht um die kleinen Dinge im Leben die gut laufen und nicht immer nur um das große Ganze.
Bis bald 👋

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