2. Woche – Es geht Berg auf 🏔️

Hallöchen, es ist Freitag morgens und ich sitze jetzt gerade in der 1. Stunde vom Unterricht – Studji Sičjali (Social Studies) – der auf maltesisch ist, weshalb ich mich grad damit beschäftigen kann, meine Gedanken aufzuschreiben.

Ich fühle mich heute nicht sonderlich gut. Ich habe keine Lust auf den Schultag, bin müde, hab Heimweh und mache mir die ganze Zeit auch noch über andere Sachen Sorgen. Auch wenn mir die Schule die letzten Tage Spaß gemacht hat, fühle ich mich trotzdem irgendwie unwohl. Vor allem in der Pause bin ich immer unsicher, was ich machen soll. Die Mädchen mit denen ich mich bisher ganz gut verstehe sitzen natürlich nicht in der Pause zusammen, weswegen ich mich immer schlecht fühle, wenn ich mich dann für eine der „Gruppen“ entscheide und ich mich zu denen setzte. Ich weiß natürlich nicht was sie über mich denken, aber ein paar schräge Blicke krieg ich schob immer ab, wenn ich mich zur jeweils anderen Gruppe setzte. Aber da sehen wir noch, wo uns bzw. wo mich das ganze hinführt.

Im Moment, also während ich diesen Blogeintrag hier schreibe, warte ich einfach nur darauf, dass dieser Schultag schnell rumgeht, damit ich nach Hause gehen kann und mit meiner Mama telefonieren kann und ich mich schön zurückziehen kann (weil ich das einfach zu sehr liebe). 🫠

Und da sind wir wieder bei dem Thema Heimweh. Ich habe im Augenblick kein übermäßig starkes Heimweh, was meine Gedanken total einnimmt, sonder ich habe die Art Heimweh, bei der ich es vermisse mit meiner Familie in Person zu reden und mich Abends einfach neben meine Eltern aufs Sofa legen kann und mir keine Gedanke über nichts machen muss.

Meine Organisation hier vor Ort bietet heute Abend ein Treffen auf ihrem Campus an (also dem, auf dem ich selbst die ersten 2 Tage gelebt habe) um sich dort mit anderen Internationals zu treffen und um die neu angekommene Gruppe Italiener und Italienerinnen zu begrüßen und kennenzulernen. Ursprünglich hatte ich fest vor, an dem Treffen teilzunehmen, doch seit gestern habe ich so meine Bedenken und habe um ehrlich zu sein auch einfach nicht so wirklich Lust darauf. Zum einen weiß ich immer noch nicht genau, in wiefern ich meiner Gastfamilie immer über meine Ausgehtätigkeiten Bericht erstatten muss, da ich zwar immer Tschüss sage und meistens auch dazu sage was ich jetzt machen gehe, aber es sie sichtlich recht wenig interessiert. Zum anderen (und das ist ein viel wichtigerer Punkt für mich) habe ich absolut keine Lust um halb 9 und auch nach dem Treffen (voraussichtlich so halb 11)Bus zu fahren. Auf die Busse hier ist nicht wirklich verlass, nachts alleine Bus fahren ist auch nicht meine
Lieblingsbeschäftigung und ich bin generell eher ein „wir machen uns einen entspannten Filmabend“ – Mensch als ein „Ich gehe Abends raus und bin sozial mit fremden Leuten“ – Mensch. Es wäre eigentlich schlau raus zu diesem Treffen zu gehen, weil ich mich dann (ein weiteres Mal) aus meiner Comfort Zone dränge, mich mit anderen Leuten umgehe (Personen, die in der selben Lage wie ich sind) und weil ich dadurch einfach generell mehr erlebe, als ich es sonst mit Süßigkeiten, meinen bequemen, kuschligen Klamotten und einer RomCom tun würde (auch wenn sich das in meinem Kopf echt verlockend gut anhört). Wie ich mich letztendlich entscheide, ob ich hin gehe oder (faul) zuhause bleibe, sehen wir dann heute Abend. 

Außerdem habe ich morgen früh ein Treffen mit meiner Guardian „Sarah“ und dem Schulbeauftragten „France“, um über den Unterricht auf maltesisch zu reden und um generell mal so Feedback zu geben – obwohl das inzwischen eigentlich nicht mehr nötig ist. Um ehrlich zu sein, finde ich es im Moment eigentlich recht entspannt diese „Freistunden“ zu haben in denen ich nicht im Unterricht aufpassen muss und in denen ich etwas lesen, malen oder auch meine Gedanken (so wie jetzt) aufschreiben kann. Auch wenn mich das Anfangs total überfordert hat und ich das total doof fand, bin ich jetzt dankbar dafür, dass mein Gehirn nicht dauerhaft beansprucht wird, und dass ich Zeit habe zwischen den Unterrichtsstunden Klarheit über meine Gedanken zu bekommen, indem ich sie zum Beispiel (so wie jetzt) aufschreibe.

Was das soziale angeht: Ich habe meine Gastschwester gestern gefragt, ob wir am Samstag (also morgen) zusammen Eurovision Malta 🇲🇹 anschauen wollen (für alle die nicht wissen was es ist, googelt es) und sie hat gesagt, dass sie es gerne mit mir anschaut, wenn sie dann auch Zeit dafür hat. Ich hoffe selbstverständlich, dass das klappt und das ich dann Spaßiges mit anderen Personen mache (wenn man zusammen auf einen Bildschirm starren so nennen kann).

Mein sonstiger Plan fürs Wochenende ist eigentlich nur sich ausruhen, Hausaufgaben machen, mindestens 10 Tausendschritte pro Tag sammeln und mein Buch draußen lesen (weil das einfach entspannt ist und mir Spaß macht). 🤗

Das waren für den Moment jetzt mal meine Gedanken und Lebensweisheiten (von denen ihr sicher alle nicht genug bekommen könnt 😂). Und ich will zwar nicht angeben, aber ich habe einfach gleich Mathe Unterricht (ich weiß, super oder? 👀) und darauf eher weniger Lust, weil die Lehrerin hier einfache Themen wie die Mitternachtsformel so verkompliziert, das ich sie dann nicht mehr verstehe (ist auch ein Flex, wenn man Leute so verwirren kann..) bis mir auffällt, dass ich das Ganze eigentlich schon kann, und dass das eigentlich ziemlich einfach ist.. Auf jeden Fall hoffe ich einfach, dass der Schultag heute friedlich abläuft, und dass er sich schön schnell anfühlt, damit ich dann in Frieden nach Hause gehen kann um in Ruhe zu verzweifeln und mein Dilemma (soll ich zum Treffen gehen oder nicht) lösen kann – vielleicht kann mir da ja meine Mutter oder Chat GPT helfen.


Ich hab euch lieb und vermisse euch natürlich total. Und hoffentlich geht es grad allen gut und ihr habt auch ein schönes Wochenende vor euch, so wie ich.  

Bis zum nächsten Mal 😘

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