1. Woche – Update

Hallöchen 🤗 ich hoffe, dass alle einen guten Schulstart hatten und das alle (die in Deutschland sind) das kalte Wetter genießen. Ich bin jetzt schon seit über einer Woche hier, um genau zu sein ist heute mein 9.Tag hier (Ankunftstag mitgezählt). Es ist einiges passiert und auch meine Gefühlslage verhält sich momentan noch wie eine Achterbahnfahrt. Aber fangen wir am Anfang an: 

Die OrientationDays waren gut. Ich hab mich ein bisschen mit den Leuten aus meiner Gruppe angefreundet oder zumindest jeden Tag fleißig mit dabei gesessen und Small Talk betrieben. Mein Zimmer auf dem NSTS-Campus war gut. Es war hell, ich hatte genug Platz für mich obwohl ich eine Mitbewohnerin aus der Slowakei hatte und nachdem uns ein Mitarbeiter geholfen hat die Klimaanlage einzustellen, war es dort auch warm genug für uns. Was mich ein bisschen gestört hat war, dass fast alle aus meiner Gruppe – während ihres Aufenthaltes hier auf Malta – auf die selbe Schule gehen und somit jetzt schon Kontakte geknüpft haben und jetzt schon vertraute Gesichter in ihrer Schule sehen können (was ich eben noch nicht kann). 

Meine Aussicht aus dem Campus-Zimmer

Meine Gastfamilie besteht aus einem Gastvater (Eamon), einer Gastmutter (Mariella) und ihrer Tochter (Cassidy).

Mein eigenes Zimmer, mit eigenem Bad

Als ich in meine Gastfamilie kam, war ich erstmal maßlos überfordert. Sie haben sich gestritten (natürlich auf maltesisch, sodass ich null verstanden habe) und haben total laut geredet und ich hab mich gefühlt als wäre ich für sie so eine Art Hotel Gast, der essen serviert bekommt und ein Bett hat – aber mehr auch nicht. Nach ein paar Tagen kann ich sagen: Zum Teil ist das glaube ich auch einfach so (ich werde in den 6 Monaten kein Mitglied der Familie werden, und das wäre ja auch nicht erwartbar) und zum anderen Teil nehmen sie schon Rücksicht auf mich und sind offen, wenn ich irgendeine gemeinsame Aktivität vorschlage. Ich habe zum Beispiel eine Romcom mit Cassidy geschaut und war gestern mit ihr in Valetta einen Kaffee trinken (wo ich in den Gossip eingeweiht wurde) und sie hat mich eingeladen, mit ihr (im Sommer) zu den Stadt-festen zu gehen, worauf ich mich schon freue. 🥰

Als es mir nicht so gut (bzw. katastrophal schlecht) ging, haben sie einen Tag später auch mal nachgefragt und ein bisschen nach mir geschaut, was sich gut angefühlt hat (wenn sich mal jemand vor Ort um dich kümmert oder sich für dich interessiert). Und auch die vier Katzen fangen langsam an, mich zu akzeptieren – heute morgen wurde ich beim Frühstücken erstmal von einer der Katzen bekuschelt und aufgewärmt💗. 

Was die Schule angeht..das ist eine andere Geschichte. Mein erster Schultag war alles andere als gut weil ich komplett überfordert und schockiert war, weil fast alles auf maltesisch gemacht wurde. 😖 

Meine Gedanken am Ende vom ersten Schultag:Hi, heute war mein erster Schultag und ich sage mal so: er war katastrophal. Als ich in dem Büro der Studienberaterin saß – die mir meinen Stundenplan zusammenstellen sollte – hab ich angefangen zu weinen, weil mich der Druck und die konstante Panik schon da innerlich aufgefressen hat. Den Schultag über habe ich sehnsüchtig auf das Klingeln gewartet das mich nach Hause schicken würde. Mein Eindruck vor Ort: Die Klassen sind sehr laut und alle reden auf maltesisch. Genau das, was meine größte Angst war, als ich hergekommen bin, hat sich verwirklicht. Außer ein bisschen Small talk hier und da hab ich mit niemandem so richtig ein Gespräch anfangen können, weil sie immer untereinander auf maltesisch abgeschweift sind, und ich dann wieder ausgeschlossen war. Ich bin (immer noch) die ganze Zeit am rumhampeln, weil mein Körper das ganz unkontrolliert macht. Ich bereue mehr oder weniger meine Entscheidung nach Malta zu gehen. Nicht das Auslandssemester an sich, sondern die Ortswahl. Ich wollte irgendwohin wo ich Englisch lernen kann, wo es gutes Wetter hat und wo ich selbständig die Gegend erkunden könnte. Und hier bin ich jetzt. Keiner redet Englisch mit mir, es ist kalt und schüttet den ganzen Tag und auch wenn ich selbständig rum gehen kann, fühle ich mich so alleine und einsam wie noch nie. Als ich noch zuhause war hatte ich immer die Option zu irgendwem zu gehen und irgendwer war immer da mit dem ich etwas machen könnte. Doch hier ist das nicht so. 

Zusammenfassend gesagt: Die Mädchen haben sich auf maltesisch unterhalten, der Unterricht war zu 80% auf maltesisch und ich bin gar nicht mitgekommen. Als ich nach Hause gelaufen bin, habe ich meinen Papa angerufen, und hab erstmal 1 1/2 Stunden geheult weil ich mich so schrecklich gefühlt habe. Dann hab ich versucht etwas zu schlafen und mich auszuruhen aber dann hab ich meine Mama angerufen und wieder geheult. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Art und Weise wie ich verzweifelt war und wie sehr mein Körper auf das ganze reagiert war, war so intensiv, dass ich an nichts anderes mehr denken konnte und es mir einfach rund um schlecht ging. 

Der zweite Schultag, war dann etwas besser, weil der erste Schock überwunden war und weil ich mich langsam an den Unterricht gewöhnt habe. Ich fühle mich immer noch betrogen, weil mir – bevor ich herkam – nicht gesagt wurde, dass so ein großer Teil meines Lebens hier auf maltesisch sein würde, und dass ich fast bei der Hälfte meiner Fächer nicht teilnehmen kann, weil sie auf maltesisch sind. Wie ich damit in Zukunft umgehe muss ich selber noch herausfinden und ich muss mir einfach noch eine Menge mehr Zeit geben. 

Meine Schule

Meine Schuluniform ist übrigens – nicht wie in den Teenie-Filmen oder wie bei der Google-Suche (ein schickes Hemd mit Rock oder Hose) – ein Jogginganzug der mir eigentlich nicht so richtig passt und der auch nicht sonderlich bequem ist… 

Für alle die sich Sorgen machen, weil ich im Moment nicht viel Essen kann (wer mich kennt bzw. schonmal mit mir auf irgendeinem Austausch war, der weiß was ich meine), auch wenn ich deutlich weniger esse als normalerweise schaffe ich es trotzdem meistens irgendetwas zu mir zunehmen und mein Körper passt sich gerade einfach auch noch an die ganzen neuen Umstände an.  

Was meine Gastfamilie unter „kleinen Portionen“ versteht..

Das war erstmal mein wöchentliches Update. Es ist viel zu verarbeiten und ich muss mir (wie schon zuvor gesagt) noch deutlich mehr Zeit geben hier anzukommen und mich vorerst weiterhin konstant aus meiner Comfortzone drängen. 

Ich hoffe es geht allen gut und ich vermisse euch alle total! 

Bis zum nächsten Update 👋

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