Halli Hallo meine Lieben,
Ich lebe jetzt schon seit exakt 3 Wochen in meiner Gastfamilie. Langsam gewöhne ich mich auch an die anderen Räume im Haus, wie zum Beispiel die Küche oder das Wohnzimmer. Diese Woche ist einiges passiert.
Am Montag war alles Tip top, es war ein bisschen windig und ich hab mich in ein Café gesetzt um zu Lesen. Ursprünglich wollte ich mir an dem Tag eigentlich nur eine heiße Schokolade oder vielleicht einen Cookie kaufen aber als ich nach ewigem Rumlaufen einfach kein gutes neues Café gefunden habe, hab ich mich dann in eines gesetzt, das einigermaßen anständig aussah. Ich bin auch nur in dieses Café gegangen, weil draußen ein Schild mit heißer Schokolade war, doch als ich diese dann bestellen wollte hat mir der Typ gesagt, dass sie die nicht mehr haben aber das ich ja Schokoladen – Erdbeeren kaufen kann. Ich war so überfordert, dass ich ja gesagt habe und mir dann die Schoko-Erdbeeren gekauft habe… Ich mag keine Erdbeeren (zumindest nicht in der Form). Das war ohnehin ein Fehlkauf rein aufgrund des Geschmacks aber dann hab ich bezahlt und diese 6 Erdbeeren mit ein bisschen Vollmilch Schokolade drüber haben allen Ernstes 6,50 € gekostet. So richtig zum Lesen bin ich in dem Café dann nicht gekommen, weil ich mit „sich Gedanken über andere Dinge machen“ beschäftigt war und es außerdem nicht so gut klappt zu lesen und derweil zu versuchen mit einem Holzlöffel Erdbeeren aus einem Plastikbecher zu fischen. Als ich nach Hause gelaufen bin ist mir der Wind zwar schon ein bisschen aufgefallen, aber ich hab mir eigentlich nicht wirklich groß Gedanken darüber gemacht. Abends als ich dann in meiner Gastfamilie am Esstisch saß und mein Abendessen gegessen habe, hat sich dann mein Gastvater zu mir und dem französischen Austauschschüler an den Tisch gesetzt, um uns zu erklären, dass wir morgen nicht das Haus verlassen sollten weil uns ein Sturm erwartet. Ich musste dementsprechend auch nicht in die Schule, weil der Minister für Bildung die Empfehlung ausgesprochen zuhause zu bleiben (bei denen, bei denen die Schule nicht eh schon geschlossen wurde). An dem Abend habe ich auch für fast 2 Stunden mit meiner Gastfamilie geredet. Mein Gastvater wollte wissen wie ich die Schule hier finde und ob es ein starker Unterschied zu Deutschland ist. Und wir haben auch über ihren Urlaub und das Leben auf Malta insgesamt geredet.


Wenn ich sowas in der Küche sehe, dann wär ich manchmal auch gerne eine Katze
Am nächsten Tag, also Dienstag, bin ich dann schön zuhause geblieben, hab meinen Blogeintrag geschrieben und hab eigentlich ziemlich wenig gemacht, weil ich halt auch nicht raus konnte.

Mittwoch war dann der Horror-Tag über den ich in meinem Blogeintrag „1 Step forward, 3 Steps back“ geschrieben hab. Kurzgesagt: Es lief alles schief, was nur schief laufen konnte und dann noch mehr. Ursprünglich wollte ich mich mit einer Italienerin und einer Deutschen am Mittwoch zum Essen treffen, aber sie musste leider absagen, weil die Organisation die Aktivitäten, die für Montag und Dienstag geplant waren auf Mittwoch verlegt hatte. Es hat mich jetzt nicht traurig gemacht aber im Nachhinein wäre das wahrscheinlich ein angenehmerer Tag geworden, hätte ich mich mit ihnen getroffen anstatt alleine unterwegs zu sein.

Die schicke Ameisenstraße in meinem Zimmer am Mittwoch 🐜
Der nächste Tag, verlief insgesamt dann recht gut (vor allem im Vergleich zum vorherigen Tag). Wir hatten vormittags ein Outing mit meiner Hospitality Klasse in eine professionelle Kochschule (ITS), dann hatten wir noch Chemieunterricht in der Schule (was sehr cool war, weil der Lehrer hier während er einen Versuch vorgemacht hat, die ganze Zeit Witze darüber gemacht hat, was er nicht alles mit einem großen Stück Natrium und Wasser zum explodieren bringen könnte, wenn er mal einen schlechten Tag hätte – was sehr amüsant war) und ich bin nachmittags zu einem Treffen auf dem NSTS-Campus gegangen, was von einer Psychologie Studentin geleitet wurde, wo ich Spaß hatte und mich mit neuen Leuten unterhalten habe. Der Tag verlief also insgesamt super.

Am Freitag, war dann erneut ein Outing mit meiner Hospitality Klasse in der professionellen Kochschule (ITS), was nicht so viel Spaß gemacht hat, als der vorherige Tag, aus mehreren Gründen: Ich musste alleine arbeiten und war dezent überfordert, ich war insgesamt unmotiviert und müde und die Lehrerin hat mich etwas genervt. Tja, danach saß ich noch in zwei Stunden maltesischen Unterricht wo ich einen Blogeintrag geschrieben habe und dann hatte ich anschließend noch Sportunterricht was auch in Ordnung war. Soweit war der Tag also in Ordnung, aber ich war einfach genervt von allem und jedem (teilweise grundlos und teilweise mit Gründen). Ich bin dann nach der Schule spazieren gegangen und habe versucht etwas mit meinem Buch voran zu kommen. Anschließend habe ich mich fertig gemacht und bin dann mit dem Bus zum NSTS-Campus gefahren um die italienische Austauschschülerin abzuholen. Ihr dürft mal wieder drei mal raten wessen Bus an ihrer Bushaltestelle nicht angehalten hat – obwohl sie mehrmals auf „Stop“ gedrückt hat und deswegen dann erstmal wieder im Dunkeln zurück laufen dürfte – ja, ICH. Das Beste daran war, dass mich sowohl Google Maps als auch die „Karten“- App (von Apple) eine Straße lang geführt haben, an der es keinen Gehsteig gab, weshalb ich dann so halb auf einer Mauer gelaufen bin um nicht von den Autos überfahren zu werden – supi. Als ich dann aber mit den Mädels (wir waren dann letztendlich insgesamt zu viert) im Restaurant saß und mit ihnen den Gossip ausgetauscht habe, war dann wieder alles gut. Anfangs gab es zugegebenermaßen ein bisschen unangenehme Stille aber sobald dann die wichtigen Themen angesprochen wurden (sprich der Gossip) lief das Ganze wie am Schnürchen.


Wenn ich die Pizza vom Treffen im Nachhinein sehe, bekomme ich direkt wieder Hunger.
Für den Heimweg habe ich mir dann einen Bolt gestellt (Taxi/Uber-Marke), weil ich nicht die Nerven hatte um halb 10 Bus zu fahren und dann auch noch umsteigen zu müssen. Es war nicht nur ein sicherer Weg nach Hause zu kommen sondern auch ein schnellerer. Mit dem Bus fahre ich immer so zwischen 35 und 60 Minuten zum Campus bzw. wieder zu meiner Gastfamilie und mit dem Bolt war ich innerhalb von 10 Minuten zuhause. Ich hatte einen sehr schönen Abend uns habe die Zeit wirklich genossen. 🚕
Gestern, am Samstag, hatten wir mehrmals Stromausfall, ich hab dann mit meiner Schwester telefoniert 💖, Postkarten und Briefe geschrieben und verschickt, war spazieren und habe sehnsüchtig nach gutem Toilettenputzmittel gesucht, habe mit meinem Papa telefoniert, war joggen und habe anschließend mit meiner Gastschwester Cassidy den Film Avatar – Fire and Ash“ angeschaut. Eigentlich wollten wir uns um 18:45 Uhr den Kinderfilm „Zoomania 2“ anschauen aber als wir die Tickets kaufen wollten, hatte das Kino leider keine Plätze mehr nebeneinander, Wehalb wir uns dann Karten für Avatar gekauft haben. Der Film fing nur leider erst um 20:15 Uhr an, Wehalb wir uns dann die Zeit in Valetta vertreiben mussten. Wir sind in einen Laden gegangen und sind danach dann für eine Stunde zu Starbucks gegangen und haben getratscht. Es ist irgendwie absurd, dass ich Dating-Beratung gebe, obwohl ich in dem Bereich wirklich null Erfahrung habe 😂. Der Film ging 3 Stunden und 36 Minuten und danach hat mein ganzer Körper vom langen Sitzen einfach nur noch weh getan. Der Film war gut und ich kann ihn jedem empfehlen – Tipp: zieht euch bequeme Kleidung an (keine Jeans – so wie ich) und habt viele Snacks dabei (dann reicht es auch für die 3 1/2 Stunden). Glücklicherweise hat uns mein Gastvater dann vom Kino abgeholt (weil der um 23:40 Uhr erst geendet ist) sodass wir uns kein Taxi hohlen mussten.

Mein Frühstück


Und da sind wir auch schon bei heute: Ich war joggen, hab geduscht, meine Serie geschaut und meinen Blogeintrag geschrieben. Jetzt ist es schon halb 5 und ich hab tatsächlich gar nicht so viel gemacht – aber ich schieb das jetzt einfach auf das Wetter und meine Müdigkeit. Heute Abend gehe ich mit meiner Gastfamilie essen, weil meine Gastmutter morgen 44 Jahre alt wird. Ich hab zwar nur ein kleines Geschenk, aber die Geste zählt.

Ich habe diese Woche deutlich weniger mit meiner Familie telefoniert und auch etwas weniger mit Freunden geschrieben. Wie sich das anfühlt: komisch. Insbesondere morgens will ich immer mit irgendwem reden und verspüre immer den Drang irgendwen anzurufen. Ich habe nur noch 22 Wochen meiner Zeit hier übrig und auch wenn sich 5 Monate vielleicht sehr lange anhören, will ich trotzdem keine Zeit verschwenden. Ich werde heute noch versuchen meine Woche etwas zu planen, weil ich neues Erleben will, aber ich aufgrund des Wetters nicht einfach irgendwo hinfahren kann, weil ich dann ja nur in der Kälte im Regen stehe wenn ich Pech habe.
Ich vermisse meine Freunde und die Schule in Deutschland, weil sich die Tage dort einfach anders angefühlt haben. Nach Jahren auf der Schule fängt man zwangsläufig an sich wohler zu fühlen und ich kenne mich in der Schule total gut aus. Hier ist das eben einfach nicht der Fall. Ein weiterer Punkt weshalb ich die Schule in Deutschland vermisse ist, dass ich mich nicht anstrengen muss um Gespräche zu führen. Ich kann ganz einfach mit meinen Freunden finden und ich finde immer irgendwen der mit mir tratschen will. Hier muss ich immer aktiv nach Dingen Fragen und Gespräche anfangen um dann zu hoffen, dass die andere Person eventuell mit mir reden will.
Insgesamt ist es einfach schwer, weil ich dem ganzen hier immer noch Zeit geben muss und ich auf Dauer nicht geduldig genug bin. Ich hoffe die nächste Woche bringt so einige schöne Momente mit sich und ich hoffe, dass ich Schule genießen kann und in meiner freien Zeit meine Ziele erreichen werde.
Ich habe meine Höhen und Tiefen und insgesamt war diese Woche etwas „tiefer“ als die davor.
Mein Tiefpunkt der Woche: Mittwoch – der Creep im Bus
Mein Highlight der Woche: Der Abend mit den anderen Mädchen (am Freitag) und der Abend mit meiner Gastfamilie (am Montag)
Ich wünsche allen eine schöne Woche (und ein paar wünsche ich alles gute zum Geburtstag 😉). Ich vermisse euch und hab euch ganz dolle lieb.
Bis bald 👋

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Hey Nuria, das liest sich spannend! Du musst richtig viel Entscheidungen treffen und machst es einfach, suuupper! Wünsch dir wunderschöbe Tage und hoffentlich bald Sonnenschein, dass du Malta richtig genießen kannst! LG Anna